Es gibt da jemanden in Hollywood, den man nicht direkt als allerersten auf dem Schirm hat, wenn man von hochwertiger Monsterkost spricht. Die Rede ist von dem im August 1952 in Illinois geborenen Regisseur, Drehbuchautor und Produzenten

 

Chuck Russell

 

Es ist in der Tat so, dass wir es bei Russell nicht unbedingt mit einen Vielfilmer a la Fred Olen Ray oder Roger Corman zu tun haben. Die Filme, für die er sein Talent bisher zum Einsatz brachte, dürfen jedoch mit Fug und Recht als echte Genreperlen bezeichnet werden. Zumindest das, was er in den in den 80-ern und 90-ern auf die Leinwand zauberte, gehört zur Creme de la Creme der wunderbarsten Merkwürdigkeiten aus diesen Jahrzehnten. Qualität statt Quantität war hier das Motto.

 

Drehbuchtechnisch gelang ihm 1984 direkt mit dem schweißtreibenden Fantasy-Polit-Thriller (!) DREAMSCAPE ein echter Volltreffer. Auch wenn der, mit hochkarätigen Schauspielern wie Dennis Quaid, Max von Sydow, Kate Capshaw und Christopher Plummer exzellent besetzte Film, nie den Weg in die deutschen Lichtspielhäuser fand, so kann man ihm sowohl inhaltlich, als auch im Bezug auf die filmische Umsetzung, nur ein unglaublich interessantes, ungewöhnliches und spannendes Filmerlebnis attestieren. 

 

Drei Jahre danach brachte Russell seine Regie-Karriere in die Gänge. Sogleich schuf er im Jahre 1987 mit NIGHTMARE 3 - FREDDY KRUEGER LEBT direkt mal den, abgesehen von Wes Cravens Original, wohl besten Beitrag aus dem langlebigen Alptraum-Franchise rund um den übellaunigen Kinderkiller. Auf dem Fuss folgte mit DER BLOB eines der besten Remakes der Horrorfilmgeschichte. Dieser schleimig-schelmische Schlotz, für den er ebenfalls das Drehbuch verfasste, gehört nicht nur zu meinen absoluten Lieblingsfilmen, er steht für mich persönlich auch als Synonym auf den Abgesang der aufwendig handgemachten Spezialeffekte, die Ende der 80-er Jahre mit diesem wunderschönen Sci-Fi-Monsterkracher einen letzten großen Höhepunkt gefunden hatte.

 

Chuck Russell mit Jim Carrey am Set von DIE MASKE

 

Russells Filme sollten dann in den 90-er Jahren mit DIE MASKE und ERASER ihren kommerziellen Höhepunkt finden.

Egal, welches Genre er bediente, stets waren seine Filme durchzogen von gescheitem Humor, frischen Ideen und dem deutlichen Gefühl von filmischer Hingabe, die er stets auf sein Publikum zu übertragen vermochte.

 

Für mich gehört Chuck Russell zu den wunderbarsten Kreativköpfen aus Hollywood. Auch wenn er in letzter Zeit keinen großen Hit mehr landen konnte, so werde ich ihm stets als Fan seiner Arbeit verbunden bleiben - und sei es nur der guten alten Zeit wegen.