Ein sehr interessanter Typ, der sich traut, erzählerisch auch einmal andere Wege zu gehen. Schon im Teeniealter wurde ich Fan des in Tripolis geborenen Kaliforniers

 

Don Coscarelli

 

Coscarelli ist ein Filmfreak durch und durch. Im zarten Alter von 19 Jahren drehte er bereits gemeinsam mit Freunden seine ersten Ultra-Low-Budget-Filme, die bei lokalen Fernsehsendern seines Heimatsektors über den Äther gingen. Durch den, auch kleinen kommerziellen Erfolg seiner Erstlingswerke angespornt, gelang es ihm in immer höhere Budgetsphären vorzudringen.

 

Nach seinem hierzulande eher unbekanntem ambitionierten Alkoholdrama „Jim, the World‘s Greatest“ und der leichten Komödie „Kenny & Company“, gelang ihm schließlich im Jahre 1979 mit „Phantasm“ der große Durchbruch.

Gut, die 70-er und 80-er waren ohnehin geprägt von mutigen, wilden Projekten und außergewöhnlichen Ideen, doch im Horrorgenre gab es, zumindest zu diesem Zeitpunkt, meiner Meinung nach nichts Vergleichbares. Coscarelli ging irgendwie anders an die Themen ran. Ich bin der Meinung, dass mit den ihm zur Verfügung gestandenen Mitteln niemand mehr aus seinen Filmen hätte rausholen können, als er selbst. Zumal man sich zusätzlich vor Augen halten muss, dass er für sämtliche seiner Regiearbeiten auch das (Dreh)buch verfasste. Er ist somit, zum allergrößten Teil, der eigene geistige Vater seiner phantasievollen Figuren.

 

Neben der "Phantasm"-Reihe, die mit der Kultfigur des TALL MAN eine weltweite Fangemeinde generierte, schrieb und inszenierte Coscarelli auch den sehr sehenswerten „Beastmaster - Der Befreier“ (1982), den ich neben „Conan“ als besten Beitrag im Zuge der Barbaren-Welle werten würde.

 

2002 gelang ihm mit der schrägen Horrorkomödie „Bubba Ho-Tep“, gemeinsam mit Bruce Campbell ein weiterer Coup. Die Fans zumindest waren wieder einmal begeistert und die „seriösen“ Kritiker des Feuilletons rümpften die Nase. Ich vermute jedoch stark, dass Coscarelli letztgenanntes Klientel eh relativ wurscht ist, denn ich habe bei ihm bis zum heutigen Tage das Gefühl, er macht filmtechnisch nur, worauf er Bock hat. Ich denke, sein Publikum spürt dies einfach.

 

Jüngst bewies er erneut sein Faible für die Umsetzung ungewöhnlicher Stoffe und nahm sich der komplett düster-durchgeknallten Fantasy-Horror-Komödie „John dies at the End“ an, die auf der gleichnamigen Novelle von David Wong beruht. Wiederum ein Beitrag von Coscarelli, der einen von der ersten Minute an in den Bann zieht. Mach weiter so, Don!