In Japan ticken die Uhren etwas anders, so auch in filmtechnischer Hinsicht. Aus dem reich der untergehenden Sonne gibt es dahingehend mit Sicherheit viel Abstruses Zeugs zu bestaunen. Stellvertretend für die Zunft der "abwegigen" Filmschaffenden aus diesem wunderbaren Land, möchten wir uns an dieser Stelle einem Mann widmen, bei dem die TROMA-Schmiede wahrscheinlich regelmäßig feuchte Augen bekommt. Die Rede ist von 

 

Noboru Iguchi

 

 Iguchi war nach eigenen Aussagen schon immer fasziniert von der fantastischen Welt rund um Geister, Monster und Spukgeschichten. Durch die frühen Besuche in japanischen Vergnügungsparks, bei denen er sich vorrangig die "Gruselhäuser" und "Freakshows" anschaute, fühlte er sich angestachelt und berufen, selbst in diesem Metier Fuß zu fassen, um seinen Mitmenschen das Fürchten zu lehren.

 

Sein Einstieg in die Filmwelt begann über die Erotikschiene. Nach ersten Gehversuchen in Form eines Kurzfilms namens WABISHABI im Jahre 1988, fokussierte er sich auf leckeren Schweinskram wie Fetisch- , Bondage oder Gruppensexgedöns, stieg dann ab kurz nach Beginn des neuen Millenniums auf die Fantasy- und Horrorsparte um, und konnte mit dem 2008 entstandenen MACHINE GIRL auch international einen beachtlichen Erfolg verbuchen. 

 

Bis heute führte er fast bereits 70 mal Regie. Für viele der "seriösen" Beiträge schrieb er ebenso das Drehbuch, wobei man bei ihm natürlich weit entfernt von dem Begriff "seriös" agiert. Seine deformierten, mutierten, infizierten, oder durch Blech und Stahl verunstalteten Hauptfiguren sind schon ziemlich schräge Figuren, die komplett neben der "Mainstream-Spur" laufen. Man lasse sich solche Titel wie MUTANT GIRLS SQUAD, ROBOGEISHA, DEAD SUSHI oder GOTHIC LOLITA BATTLE BEAR auf der Zunge zergehen. Hier ist der Name Programm und man bekommt, was man erwartet: schriller Trash, Merkwürdigkeiten am laufenden Band und blutige Biestigkeiten bestimmen die Filme Iguchis. Alles natürlich billig produziert, aber mit viel Herzblut und wunderbar spleenig dargereicht.

 

...und da Iguchi ein Film-Geek durch und durch ist, kann er direkt mal so ziemlich jedes Genre bedienen. Nur einen Western hat er, zumindest nach meinem Kenntnisstand, noch nicht unters Volk gebracht. Ein verrückter Kerl, der macht, wozu er Bock hat. Respekt!