Die 5-Minuten-Terrine – Ein Kurzinterview mit der Figurenwerkstatt Ruland

 

Die "Figurenwerkstatt Ruland" aus Zülpich in NRW stellt seit 2013 sowohl Wall-Plaques (3D-Wandbilder) von verschiedenen Filmcharakteren her, als auch Filmfiguren sämtlicher Genres im originalen Maßstab 1:1. All ihre Arbeiten und Figuren sind großartige, liebevoll handgefertigte Unikate und Sammlerstücke der besonderen Art. Welch wunderbare Dinge dort entstehen, könnt ihr auf ihrer Facebook-Seite sehen, oder auf deren YouTube-Kanal. Igor hatte das große Vergnügen, Sabine Ruland von der Figurenwerkstatt Ruland ein paar Fragen zum Thema "Monster & Co." stellen zu können.

 

 

 

MMM: Sabine, lieben Dank erst einmal für deine Zeit. Wir beginnen mit Frage, die sich nahezu jeder Interviewgast stellen lassen muss: was war dein allererstes Kinoerlebnis? Erzähl uns davon.

 

SR: Mein erstes Kinoerlebnis war "Taran und der Zauberkessel" von Walt Disney, ich war noch recht jung und fand Kino einfach super toll! Im laufe der Jahre habe ich natürlich viele Filme gesehen, und das Erlebnis Kino ist immer noch etwas besonderes für mich :)

 

 

MMM: Wie seid ihr eigentlich auf die Idee für die Figurenwerkstatt gekommen?

 

SR: Mein Mann hat schon sehr früh angefangen Figuren zu bauen. die waren natürlich nicht so klasse wie heutzutage, aber mit 9 Jahren hat er seinen erstes Frankenstein-Monster gebaut. Als ich ihn kennengelernt habe, fand ich die Figuren so unglaublich gut, dass ich der Meinung war, dass er daraus was machen sollte und diese nicht nur als Hobby fertigen sollte. Und als ich das "Weekend of Horrors" im Jahre 2013 angeschrieben habe, war man sofort total begeistert! Daher haben wir dann sein Hobby zu unserem Beruf gemacht.

 

 

MMM: Kannst du uns ein wenig über den Entstehungsprozess eurer Arbeiten erzählen? Wie "macht" man solche Figuren eigentlich? Wie lange sitzt man an einer mannsgroßen Figur wie Leatherface oder Nosferatu?

 

SR: Das ist sehr unterschiedlich. bei Leatherface waren wir, obwohl wir uns mit 3 Personen sehr beeilt haben, fast 4 Wochen beschäftigt. bei Nosferatu ging es wesentlich schneller (2 Wochen), obwohl mein Mann da alles allein gemacht hat.

Wie man eine Figur macht ist leicht zu erklären: man nimmt eine Packung Ton, ca. 150-200 Fotos seiner Figur auf der man alle Details erkennen kann und fängt an diese zu modellieren - Lol.

Nein, ehrlich gesagt kann man das nicht erklären, da mein Mann da eine Gabe hat, die eher selten ist. Er ist beim modellieren einfach ein Genie. Ich selbst kann zwar Freestyle-sachen modellieren, aber 1:1 Arbeiten - die kann wirklich nur Jörg machen. Er ist dabei voll konzentriert und wirklich Detailversessen.

 

 

MMM: Kann man euch besuchen kommen und sich eure Werke vor Ort anschauen? gegebenenfalls sogar mal in eure Arbeit "reinschnuppern"?

 

SR: Das ist machbar und wir freuen uns auch über Besucher, allerdings sollte man immer vorher einen Termin absprechen, damit der Besucher auch etwas sehen kann. Zwar haben wir unsere Figuren im Wohnzimmer, aber da die Arbeiten sich über Wochen und Monate hinziehen (Kreativität kann man nicht erzwingen oder auf Knopfdruck abrufen) kann es sein, dass es ein eher unspektakulärer Besuch wird, wenn er nicht vorher abgesprochen ist...damit man dann auch sagen kann, wann etwas sehenswertes passiert.

 

 

 

MMM: Was war bisher eure ausgefallenste Auftragsarbeit?

 

SR: Das war eindeutig „Mutter Bates“ aus dem "Psycho" original-Film aus dem Jahre 1960 von Alfred Hitchcock. Der Kunde wollte vor allem auch den Schaukelstuhl originalgetreu haben. Das war Arbeit, die uns wirklich alles abverlangt hat, aber auch irre viel Spaß gemacht hat. Mum Bates war eine tolle Zeit, und wir denken sehr sehr gerne und viel an diese Arbeit.

 

 

MMM: Hast du eigentlich ein persönliches Lieblings-filmmonster? Von wem bekommst DU Alpträume?

 

SR: Oh, ich habe einen Lieblingsfilmcharakter. das wäre Pinhead aus "Hellraiser" - er ist der Hammer. Und auch Figuren die mir Alpträume bescheren wie zum Beispiel „Die Braut in Schwarz“ aus "Insidious" und die „Nonne Valak“ aus "The Conjuring". Diese beiden darf mein Mann auch nicht bauen, da haben wir schon viel und oft drüber diskutiert. Dafür bekomme ich in naher Zukunft „meinen“ Pinhead.

 

 

 MMM: Ihr seid gern gesehen Gäste auf Cons und Fantreffen. Hattest du dort schon einmal ein nettes Erlebnis mit einem Star aus der Filmbranche? Kam es zu interessanten Gesprächen?

 

        SR: Oh, es gab viele lustige und sehr interessante treffen mit Stars. Viele sehr nette und informative (auch für unsere Arbeiten nützliche) Gespräche. Meine absoluten Highlights sind die Treffen mit Nicholas Burman Vince (der Chatterer aus "Hellraiser 1 & 2"). Er ist einer der liebsten und freundlichsten Menschen die ich kennengelernt habe. Auch Costas Mandylor ist für uns schon eher ein Freund, als ein Star. Aber eine Begegnung hat sich zu einer tiefen und guten beiderseitigen Freundschaft entwickelt, das war das Treffen mit Bill Oberst jr. ("circus of the Dead", "Abraham Lincoln vs. Zombies"). er ist ein wirklicher Freund, es gab schon persönliche Besuche, und es besteht eine enge Verbindung zwischen uns.

 

 

MMM: Welche Kreaturen plant ihr gerade aktuell? Was entsteht derzeit in eurem Atelier?

 

SR: Oh, derzeit steht sehr viel auf dem Plan. Wir hoffen, dass wir nun zügig voran kommen und alles in der gewünschten Zeit fertigen können. Da wäre Christopher Lee als Dracula (Büste), die Scoleri-Brothers aus "Ghostbusters" als Wall-Plaque, Pinhead als Wall-Plaque (3D-Wandbild) und neue Photopoints für das "Weekend of Hell" im April und November 2018.

 

 

MMM: Gibt es Ambitionen, evtl. mal für ein Filmprojekt zu arbeiten, oder gab es diesbezüglich schon Überlegungen oder Anfragen?

 

SR: Wir haben für Jochen Taubert schon einige Dinge angefertigt, aber wir haben mit unseren privaten Fankunden schon sehr viel Arbeit, daher hätten wir wohl weniger die Zeit beides zu machen und da die Kundenwünsche sehr viel vielfältiger und meist auch interessanter sind, wollen wir lieber individuelle Kundenwünsche erfüllen, als in die Filmbranche einzusteigen.

 

MMM: Liebe Sabine, vielen Dank für diesen Einblick in eure Arbeit und dieses Gespräch. Wir wünschen euch weiterhin viel Spaß und Erfolg. 

 

SR: Vielen Dank für Euer Interesse, und auch Euch noch viel Erfolg und Spaß mit dieser tollen Seite.

 

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