Die 5-Minuten-Terrine – Ein Kurzinterview mit Hennes Bender

 

 Der in Bochum geborene und aufgewachsene Komiker, Schauspieler, Synchron- und Hörspielsprecher Hennes Bender begann seine Karriere Anfang der 90-er Jahre. Im dort ansässigen Schauspielhaus gab der Ruhrpottjunge seine Bühnenkunst hier u.a. als HAMLET zum Besten.

 

Nach ersten Comedy-Erfahrungen mit seinem Kompagnon als das Duo „Lengkeit gegen Bender“ beendete er 1997 sein Studium der Filmwissenschaften und moderierte ein gutes Jahr später beim Hessischen Rundfunk das Comedy-Wochenmagazin TOAST.

 

In unzähligen beliebten TV-Shows wie ZIMMER FREI!, DIE WOCHENSHOW oder 7 TAGE – 7 KÖPFE trat der Preisträger des DEUTSCHEN COMEDYPREISES auf und tourt seit gut 10 Jahren mit seinem Stand-up-Programm erfolgreich zwischen Aachen und Zwickau durch die deutschen Lande.

 

Als Synchron- und Hörspielsprecher wurde Bender mehrfach für diverse Hörspielpreise nominiert und konnte dort echte „Monstererfahrungen“ sammeln.  So war er bereits als Außerirdischer in der Sci-Fi-Reihe CAINE , als Droide in STAR WARS oder Vampir in dem Computer-Spiel A VAMPYRE STORY zu hören.

 

Als kompletten Kinonerd nahm ich ihn allerdings tatsächlich erst seit seinem Podcast STRÄTER, BENDER, STREBERG wahr, der sich auf höchst unterhaltsame Weise regelmäßig auf dem gleichnamigen YOUTUBE-Kanal, gemeinsam mit seinen beiden Kollegen und illustren Gästen aus der Branche, dem Thema FILM widmet.

 

 

MMM: Sei gegrüßt Hennes. Vielen Dank, dass du dir die Zeit für uns nimmst, um ein wenig tiefer mit uns gemeinsam in die Leidenschaft für das Thema FILM einzutauchen. Ganz wichtige Frage vorab: welchen Film hast du zuallererst als Kind im Kino gesehen? Und: welches Filmmonster hat dein junges Leben komplett zerstört und dir Alpträume bereitet? Erzähle uns doch ein wenig über diese prägenden Erlebnisse.

 

 HB: Mein erster Kinofilm war entweder „Asterix der Gallier“ oder „Das Dschungelbuch“. Ich denke, letzterer, obwohl mich beide stark und nachhaltig geprägt haben. Von beiden habe ich die Original-Film-Hörspiel-LP, natürlich auf Vinyl. Die habe ich so oft rauf und runter gehört, dass ich beide immer noch komplett auswendig kann, sowas fräst sich einfach nachhaltig ins Unterbewusstsein. Der Asterixfilm ist leider nicht gut gealtert, animationstechnisch. Aber die Tonspur ist immer noch toll. Hans Hessling als Asterix und Edgar Ott als Obelix, der ja auch den Balu gesprochen hat.

 

Bei Monstern bin ich ein echter Schisshase, damit ziehen mich die Kollegen Streberg und Sträter auch gemeinerweise aber zurecht immer auf. „Der weiße Hai“, das muss wohl die deutsche Erstausstrahlung im Sommer 1985 gewesen sein. Totales Trauma! Ich kann mich aber auch entsinnen, dass das riesige Plakat mich als Kind verängstigt hat. Das muss dann wann gewesen sein? 1975/76? Da war ich 8!

 

MMM: Ich bin ein großer Synchron- und Hörbuchfan. Meiner Meinung nach wird in Deutschland größtenteils sehr hochwertig synchronisiert. Auch du konntest uns schon mit schönen Arbeiten dahingehend beglücken. Wie stehst du persönlich zu dieser Thematik und wie bereitest du dich auf deine Rollen diesbezüglich vor?

 

 HB: Ich spreche bei weitem nicht so viel wie ich möchte oder kann. Was auch an der Qualität vieler Hörspiele liegt, da gab es gerade in den letzten Jahren doch einige herbe Einbrüche. Außerdem will ich Schauspielern ja auch nicht ihren Lebensunterhalt streitig machen. Aber ich würde wirklich gerne mehr machen.

 

 

 

 MMM: Ich liebe dein Podcast-Projekt „Sträter, Bender, Streberg“, welches du gemeinsam mit deinen Nerd-Kollegen Torsten Sträter und Gerry Streberg betreibst. Wie kam das Ganze zustande und was können wir diesbezüglich in Zukunft erwarten? Ich habe euch z.B. schon bei Eventim entdeckt, allerdings derzeit (Stand Dezember 2018) ohne buchbare „Vorstellungen“…

 

 HB: Ich habe irgendwann mal mit Gerry wild abgenerdet und aus Scheiss gesagt: „Das müssten wir mal aufnehmen!“. Dann habe ich Torsten kennengelernt und in dem Moment hat sich der Kreis geschlossen. Wir sind mittlerweile wie ne Band, wir „spielen“ gut zusammen, auch oder gerade wenn’s mal kracht. Und den Zuhörern scheints zu gefallen; hier trudelt täglich Lob ein, irgendwas scheinen wir richtig zu machen. Deshalb machen wir auch weiter, monatlich, gerne mit interessanten Gästen und sogar ein-, zweimal im Jahr Live. Wer wissen will, wann und wo muss uns viral verfolgen, Facebook, Twitter, Teletext, Faxabruf...

 

 MMM:  In welchem Genre bist du am liebsten unterwegs? Schaust du alles querbeet oder gibt es auch „No go“-Streifen, die du absolut nicht ertragen kannst? Und als Pendant-Frage dazu: auf welche Filme könntest du konkret niemals verzichten?

 

 HB: Ich bin kein Splatterfan, da muss schon ein „Shaun of the Dead“ kommen, damit ich mir nen Zombiefilm ansehe. „Get Out“ und „A Quiet Place“ fand ich toll, weil die Geschichten für mich als „Horror-Laie“ neu und innovativ waren. Ich bin wie viele etwas müde von „Star Wars“ und den Superhelden-Filmen, das war dann doch etwas zu viel in den letzten 2 Jahren. Ansonsten versuche ich querbeet zu schauen, auch mal nen alten Schinken, den ich noch nie gesehen habe. Aber ohne Pixar-Filme könnte ich wohl nicht leben. "Toy Story" hat meine Wahrnehmung damals komplett auf den Kopf gestellt und „Alles steht Kopf“ und „Coco“ mich in komplett neue Gefühlswelten entführt. Und natürlich Monty Python, immer wieder. Und dann noch mal von vorne!

 

 MMM: Erzähle uns doch bitte noch ein wenig über deine Zukunftspläne. Auf was können wir uns nächstes Jahr freuen?

 

 HB: Wir machen wie gesagt weiter mit dem Podcast, ich spiele meine Jubiläumsshow „Alle Jubeljahre“ noch bis zum Sommer, dann kommt „mein“ dritter Asterixband auf Ruhrpottdeutsch raus. Und im September kommt schon das nigelnagelneue Programm.

 

 MMM: Ganz zum Schluss bitte ich dich noch um eine Beurteilung bezüglich des Comedypotenzials meiner großen Tochter, aus Sicht eines Profis. Folgender Dialog ereignete sich zur Vorbereitung auf dieses Interview:

 

Sie: Was schreibst du da?

 

Ich: Die Interviewfragen für Hennes Bender.

 

Sie: Kenn ich nicht. Was macht der so?

 

Ich: Der ist Filmfreak und Comedian.

 

Sie: Also das Gleiche wie du, nur in lustig!

 

 HB: Das ist sehr lustig, weil spontan und auf den Punkt. Und ich musste lachen, obwohl ich Dich gar nicht kenne und somit Deine Arbeit und Dein Tun auch nur ansatzweise beurteilen könnte. Ich glaube, da hast Du ne harte Comedy-Konkurrenz herangezogen! Glückwunsch!

 

 MMM: Ganz lieben Dank für deine Zeit. Waltrop grüßt Bochum. Wir freuen uns auf neue Projekte!

 

HB: Alles Gute, auch beruflich!