Die 5-Minuten-Terrine - Ein Kurzinterview mit Jack Sholder

 

US-Regisseur und Drehbuchautor Jack Sholder hatte 1969 seinen Einstieg ins Filmbusiness als Editor für die Oscar nominierte Dokumentation "King: A Filmed Record... Montgomery to Memphis". Es folgte der Schnitt für "The Burning - Brennende Rache" und für viele andere Projekte im TV, für diverse Dokumentationen und knapp 100 Trailer für den Verleih "New Line Cinema".  U.a. gewann Sholder einen Emmy für den Schnitt der US-TV-Show "3-2-1 Contact".

 

1982 drehte er mit "Alone in the dark - 2 Stunden vor Mitternacht" schließlich seinen ersten abendfüllenden Spielfilm.

 

In den 80-er und 90-er Jahren punktete Sholder u.a. mit den Fortsetzungen der "Nightmare on Elm Street"-und der "Wishmaster"-Reihe, dem Zeitschleifenthriller "12:01", so wie dem Kultfilm "The Hidden", für den er bei dem internationalen Filmfestival "Fantasporto" den Preis für die beste Regie erhielt und der beim renommierten Fantasyfilmfest "Avoriaz Film Festival" sogar Verhoevens "Robocop" als Siegerfilm hinter sich ließ. 

 

 

MMM: Mr. Sholder, vielen Dank für die Zeit, die Sie sich für uns und Ihre deutschen Fans nehmen. Beginnen wir mit der (!) Filmfreakfrage schlechthin: Ihr allererster Kinobesuch. Können Sie sich daran erinnern?

 

JS: Ja, das weiß ich noch ziemlich genau, denn es war ein recht traumatisches Erlebnis. Ich sah damals den "Zauberer von Oz". Da muss ich so ungefähr 5 Jahre alt gewesen sein. Ich kann mich jedenfalls noch gut daran erinnern, dass ich wirklich sehr verängstigt war, als die böse Hexe vom Wasser geschmolzen wurde. Es war schlichtweg grauenhaft für meine jungen Kinderaugen. 

 

MMM: Wie sind Sie eigentlich zum Film gekommen? Ist es das, was Sie seiner Zeit schon immer machen wollten?

 

JS: Nicht wirklich. Ich war bezüglich meiner Jobwahl ein ziemlich unentschlossener Typ. Anfangs wollte ich Berufsmusiker werden, später dann Schriftsteller. Das versuchte ich dann auch tatsächlich eine Zeit lang, bis ich schließlich unter Zuhilfenahme von LSD zu der Überzeugung kam, die endgültige Klarheit erlangt zu haben und fasste den Entschluss, dass das geschriebene Wort für mich doch in der Form eher bedeutungslos ist. Ich lebte zu dieser Zeit in Edinburgh und meine damalige Freundin war dort im Filmbusiness tätig. Alles was sie erzählte klang unheimlich aufregend und alles was ich diesbezüglich mitbekam, wirkte total spannend und aufregend. Also entschied ich mich dazu, dass ich genau DAS tun sollte: Filme machen. Und zwar die Art von Filmen, die einen emotional abholen. Filme, die das Publikum genauso berühren sollten, wie es bei meinen eigenen Kinoerlebnissen hin und wieder der Fall war. 

 

MMM: "The Hidden", der Kult Sci-Fi-Action-Flick von 1987 gehört bis heute zu meinen Lieblingsfilmen des Genres und erfreut sich einer großen Fangemeinde. Können Sie sich an eine schöne Geschichte oder nette Anekdote während der Dreharbeiten erinnern?

 

JS: Ich bedaure wirklich, dass ich eure Erwartungen dahingehend enttäuschen muss. Ehrlich gesagt habe ich keine allzu guten Erinnerungen daran. "The Hidden" war ein eher unwegsames, enervierendes und schwieriges Projekt. Vor allem, weil einer meiner Hauptdarsteller kein einfacher Typ war und während der Dreharbeiten immer wieder für Wirbel gesorgt hat. Amüsante Geschichten bei dieser vorwiegend schlechten Stimmung am Set waren da eher rar gesät. Als Amüsant kann man höchstens das Fazit dieser ganzen Geschichte bezeichnen. Ich blicke mittlerweile einfach liebevoll darauf zurück und denke mir: Schmerz + Zeit = Nostalgie. Na ja...abhaken und fertig.

 

 

 

MMM: Mr. Sholder, haben Sie eigentlich ein Lieblings-Filmmonster?

 

JS: Also, wenn es um die Projekte geht, in die ich bis Dato involviert war, da muß ich nicht lange überlegen. Das ist selbstverständlich Freddy Krueger - keine Frage. Ich habe mit dieser Figur schließlich richtig gutes Geld verdient und habe ihm Einiges zu verdanken. 

 

MMM: Auf welche Projekte können sich Ihre Fans zukünftig freuen? Haben Sie im Moment was in Arbeit? Eine schöne Idee? ein gutes Skript vielleicht?

 

JS: In der Tat. Ich habe gerade die Arbeit an der Rohfassung eines spannenden Vampir-Skripts abgeschlossen und hoffe, dass wir in naher Zukunft das Geld zusammenbekommen können, um das Ganze letzten Endes auch filmisch umsetzen zu können. Drückt mir die Daumen! 

 

MMM: Selbstverständlich tun wir das. Hierfür, und für Ihre weitere Zukunft, wünschen wir Ihnen alles erdenklich Gute und bedanken uns für das Gespräch mit Ihnen.

 

Interview © 2017   

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