Die 5-Minuten-Terrine - Ein Kurzinterview mit Jeff Lieberman

 

Der US-amerikanische Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Jeff Lieberman gab 1972 sein Regiedebüt mit dem Kurzfilm "The Ringer". Vier Jahre später lieferte er mit dem Wurm-Horrorfilm "Squirm" nicht nur seinen ersten Langspielfilm, sondern  auch einen echten Kultklassiker des Genres ab. Für seine Filme war stets er auch als Drehbuchautor und häufig auch als Produzent tätig.

 

 Lieberman konnte auch in den Folgejahren zum Beispiel mit "Blue Sunshine" und zuletzt mit "Satan's Little Helper" alle Herzkammern der Fans erobern.

 

 

MMM: Mr. Lieberman, zuerst einmal vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für uns genommen haben. Beginnen wir gleich direkt einmal mit einer hoffentlich schönen Erinnerung: Ihren allerersten Kinobesuch. Wie haben Sie ihn erlebt?

 

JL: Ich erinnere mich an „Peter Pan“ in einem riesigen Theater in New York, einem dieser alten großen Filmpaläste. Später mochte ich Steve Reeves in all diesen "Schwert-und Sandalen"–Filmen, wie z.B. "Hercules". Aber was mich wirklich ansteckte, waren die Science-Fiction-Filme Mitte und Ende der 50-er Jahre, besonders die "Radioaktiven-Filme" wie „The Incredible shrinking man.“

 

MMM: Erzählen Sie uns von dem speziellen Moment, als Sie sich dazu entschieden haben, Regisseur zu werden. Wie war das damals?

 

 JL: Es gab da tatsächlich einen ausschlaggebenden "Moment". Oder besser gesagt:  90 Minuten - als ich den Film "Blow-up" gesehen habe - Der hat es mir wirklich angetan. Dieser Streifen hat mir förmlich ins Gesicht geschrien, dass Film nicht nur eine Kunstform ist, sondern etwas, das kreativ zu meiner Persönlichkeit passt.

 

MMM: "Squirm" ist ein ekelhafter Film - ich liebe ihn einfach :) Oft hört man Regisseure sagen: "Filme mit Kindern und Tieren drehen ist sehr hart." Was ist Ihre Meinung? Können Sie uns dazu ein paar ehrliche Worte sagen, oder eine schöne Anekdote über "Squirm" zum besten geben?

 

JL: Mit Würmern zu arbeiten war was ganz anderes als mit "normalen Tieren" zu arbeiten. Wir mussten sie animieren und sie unheimlich machen. Und es gibt auch kein Training, sie auf Befehl zum schreien zu bringen, oder irgendetwas auf Kommando zu tun. Wie schafft man es z.B. dass ein "Meer von Würmern" auf und ab wabert, weil sie elektrifiziert sind? Indem du sie natürlich elektrisierst! Wir durchkreuzten den Raum für die schlusssequenz mit Kupferdraht und banden ihn dann an einen Transformator. Unsere "Wurm-hirten" schaufelten Tausende von Würmern über die Drähte, bis sie alle bedeckten. Dann fingen wir an zu drehen und immer wenn ich 'Action' schrie, bedeutete es, die Würmer mit elektrischen Stößen in die Luft springen zu lassen. Natürlich wurden sie dadurch zum teil auch gebraten, also kamen unsere "Wurm-hirten" mit Schneeschaufeln, schaufelten sie ab und ersetzten sie durch neue. Bitte beachten: "Keine Würmer wurden während der dreharbeiten verletzt"...diesen Hinweis gab es bei dem Abspann von "Squirm" nicht (!!!). 

 

 

MMM: Welches ist ihr persönliches LieblingsfilmMonster und warum?

 

 JL: Mein Favorit war das Monster von "The Thing". NICHT das Remake, das Original - das von James Arness gespielt wurde. Der Grund, warum es für mich (außer meinem jungen Alter) so gruselig war, war, dass es in einer menschlichen Form war. Die durch und durch abscheulichen Monster wirken eher so, dass sie für mich weniger gruselig sind.

 

 MMM: Gibt es für Sie persönlich ein unerfülltes "Herzens-Projekt", für welches Sie wieder auf den Regiestuhl steigen würden? Nehmen wir an, Sie haben ein großes Budget, volle kreative Freiheit und dass Sie casten könnten, wen Sie wollen.

 

 JL: Ich habe ein Skript namens "Cinemuerte", welches ich schon seit einiger Zeit realisieren wollte. Es gibt hier und da immer wieder Interesse, aber es kommt leider nie zur Finanzierung.

 

 MMM: Mr. Lieberman, wir wünschen ihnen, dass es doch irgendwann noch einmal klappt mit "cinemuerte", bedanken uns für Ihre Worte und wünschen Ihnen alles Gute für Ihre Zukunft!