Die 5-Minuten Terrine – Ein Kurzinterview mit Ken Foree

 

Der im Februar 1948 in Indianapolis geborene Schauspieler und Produzent Kentotis Alvin „Ken“ Foree gehört, neben Kurt Russell, nicht nur seit gut 40 Jahren zu meinen absoluten Film-Helden, er ist auch natürlich ganz allgemein hin unter Horrorfans als Kult-Typ bekannt und beliebt.

 

Foree wird natürlich in erster Linie mit Romeros Totentanz „Zombie – Dawn of the Dead“ in Verbindung gebracht, in dem er den SWAT-Leader Peter Washington verkörperte.

 

Ich traf Foree auf der HOUSE OF HORRORS-Con Mitte November 2018 in Oberhausen. Ich bat ihn um ein kurzes Tischgespräch und er stimmte freundlich zu, allerdings mit dem Vermerk, das Kurzinterview auf zwei Fragen zu beschränken. Hintergrund, so Foree, sei die Tatsache, dass man ihn gefühlt alle 10 Minuten nach einem Interview frage und er aufgrund dessen beschlossen habe, jede Anfrage diesbezüglich der Fairness halber gleich zu behandeln. 

 

Ich fand diese Entscheidung absolut nachvollziehbar, leierte ihm dann doch drei Fragen aus dem Kreuz und habe anschließend überlegt, wie ich das Ganze für euch ein wenig aufpimpen könnte. Nachdem ich einige Nächte darüber geschlafen hatte, habe mich dazu entschlossen, zur informativen Einleitung seine Vita vorweg zu stellen.


Ken Foree startete sein Berufsleben Ende der 60-er Jahre im sozialen Bereich. Er war Beirat der „Street Academy“ in New York City; eine Organisation, die sich um bedürftige Straßenkids kümmert.

 

Einige Jahre später betrieb er für kurze Zeit ein Fotostudio in Manhattan. Neben seinen zahlreichen Kundengesprächen kam er u.a. auch mit diversen Künstlern in Kontakt. Man riet ihm dazu, es einfach einmal mit der Schauspielerei zu probieren. Direkt bei seinem ersten Vorsprechen am Theater bekam er prompt die Hauptrolle in dem Sozialdrama „Blues for Mr. Charlie“.

 

Nach diesem unerwarteten Erfolg beschloss Foree, tiefer in die Materie einzusteigen und besuchte in New York eine Schauspielschule. Auf Empfehlung hin erschien er beim Casting für „Zombie“. Auch hier überzeugte er mit seinem Talent und seinem stattlichen und charismatischen Äußeren und erhielt von Casting-Director John Amplas und Regisseur George Romero den Zuschlag für die Rolle des Peter Washington, die von da an sein Leben verändern sollte.

 

In über 100 Rollen spielte er bis Dato verschiedenste Charaktere für Kino & TV. Gut ein Dutzend Filme produzierte er.

 

Der basketballaffine knapp zwei Meter große Hüne lebt derzeit in Los Angeles. 


 

MMM: Mr. Foree, schön Sie in Deutschland zu sehen. Zu meiner ersten Frage: Zwei meiner allerersten und prägendsten magischen Filmmomente waren zum einen mein allererster Kinobesuch, bei dem ich schluchzend nach dem Konsum von Disneys „Bernhard & Bianca“ das Filmtheater verließ und zum anderen die beeindruckenden Poster und Aushangfotos von „Zombie“, die in meinem Dorfkino im Plakatkasten hingen und mir den Schlaf raubten. Können Sie sich auch an solch magische Filmmomente erinnern?

 

KF: In der Tat. Mein Vater nahm mich regelmäßig in ein kleines Kino mit, in dem eigentlich ausschließlich Westernfilme liefen. Wir hatten es, so weit ich mich erinnere, eigentlich niemals anders erlebt. Einmal jedoch waren wir recht spät dran und mussten uns ziemlich beeilen, um den Anfang nicht zu verpassen. Wir stürmten also am Kassenhäuschen vorbei, bezahlten praktisch im Vorbeirennen und nahmen Platz. Aber: von wegen Western…wir bekamen einen ziemlich heißen Film mit der Sexikone Brigitte Bardot zu sehen. Doch mein Dad zog es durch und mir fielen fast die Augen aus dem Kopf. Wieder daheim fragte meine Mutter, wie der Film gewesen sei und was wir geschaut haben. Als sie dann erfuhr, dass es ein Film mit Brigitte Bardot war, war bei uns richtig was los (lacht).

 

MMM: Sie haben mit vielen bekannten Leuten an den unterschiedlichsten Projekten gearbeitet. Sie waren in TV-Serien wie KOJAK, A-TEAM oder DALLAS zu sehen, sie spielten in einer spaßige Nickeloden-Sitcom namens KENAN & KEL. Sie arbeiteten mit Rob Zombie, Stuart Gordon und dem legendären Filmemacher George Romero zusammen. Was mich natürlich am meisten interessiert, ist die Arbeit an „Zombie“, Ende der 70-er. War das für Sie damals etwas „Spezielles“ an diesem Film mitzuwirken?

 

KF: Ehrlich gesagt, da muss ich euch enttäuschen. Ihr müsst euch vorstellen, ich war ein junger Kerl damals. Ich stand noch relativ am Anfang meiner Karriere und ich war einfach froh, wenn ein Take gut geklappt hat und wenn ich meinen Text drauf hatte. Woran ich mich gut erinnere: Wir drehten alles recht zügig. Eine Szene war im Kasten, schon folgte die nächste Einstellung.

 

MMM: Was dürfen wir in Zukunft von Ihnen erwarten? Ist aktuell etwas in Planung, worauf wir uns freuen können?

 

KF: Derzeit befindet sich das Thriller-Drama „John Henry“ in der Post-Produktion. Ich spiele dort den Charakter „BJ Henry“ unter der Regie von Will Forbes.

 

MMM: Mr. Foree, wir bedanken uns für Ihre Zeit und wünschen Ihnen noch viel Spaß in Deutschland und viel Erfolg mit ihren zukünftigen Projekten!