Die 5-Minuten-Terrine - Ein Kurzinterview mit Mary Lambert

 

Die US-amerikanische Regisseurin Mary Lambert begann ihre Karriere mit der Regie von Musikvideos für Superstars wie Madonna, Chris Isaak, Janet Jackson, Rod Stewart oder Sting, bevor sie im Jahre 1987 ihr Filmdebüt mit dem schwülen Mystery-Thriller "Siesta" gab. Zwei Jahre später schuf sie eine der anspruchsvollsten und atmosphärischsten Adaptionen von Stephen King, die jemals auf die Leinwand kamen: "Friedhof der Kuscheltiere".

 

"MMM" ist sehr stolz, mit Mary Lambert über ihre Karriere, ihre persönlichen Eindrücke der Film- und Musikindustrie und ihre Zukunftspläne sprechen zu dürfen.

 

 

MMM: Ms. Lambert, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für uns und Ihre deutschen Fans genommen haben. Starten wir mit der Frage, was sie geschaut haben, als sie zum allerersten mal ins kino gegangen sind. können sie sich noch daran erinnern?

 

ML: Der erste Film, den ich gesehen habe, war Disneys "Pinocchio". Ich war fünf Jahre alt und als der Wolf Pinocchios Apfel stahl, wusste ich, dass Pinocchio es in unserer Welt sehr schwer haben würde. Ich fing so hysterisch an zu weinen, dass meine Mutter mich aus dem Theater holen musste.

 

MMM: In den Hoch-Zeiten von "MTV", in den Achtzigern und Neunzigern, haben sie eine Vielzahl wundervoller und beeindruckender Musikvideos gedreht und mit allen großen Namen der Branche, wie z.B. Madonna, Lionel Ritchie oder Annie Lennox zusammengearbeitet. Haben sie eigentlich ein Lieblingsprojekt von dem sie nachträglich sagen würden, dass es das schönste für sie war?

 

ML: "Like a Prayer" war seiner zeit der Höhepunkt meiner Arbeit mit Madonna und ich muss sagen, ich habe das Konzept wirklich geliebt. Wir mussten mit harten Bandagen gegen die Plattenfirma vorgehen, um ein so kontroverses Video zu machen, aber es hat sich gelohnt, dafür zu kämpfen. Es war ein gutes Gefühl, sich dahingehend durchzusetzen und erfolgreich zu sein. Ich liebte Madonnas Look mit den langen brünetten Haaren. Ich hatte mit meinen guten Freunden Jon Hutman für das Produktionsdesign und Marlene Stewart für die Kostüme eine wunderbare Crew an meiner Seite. Aber die Zusammenarbeit mit Annie Lennox, Janet Jackson, Sting, Lionel Richie, Mick Jagger, Chris Isaak, Mötley Crüe, den Go-Go's und vielen anderen war ebenfalls eine große Ehre und eine wirklich tolle Erfahrung.

 

 

MMM: Können Sie uns die Geschichte hinter "Friedhof der Kuscheltiere" erzählen? Wie ist es dazu gekommen, dass sie bei dieser King-Adaption Regie führten?

 

ML: Mir wurde "Friedhof der Kuscheltiere" von "Paramount Pictures" angeboten, jedoch musste ich von Stephen King für den Regiestuhl genehmigt werden. Ich liebe seine Arbeit, und ich liebte das Drehbuch, welches er hierfür verfasst hatte. Ich hatte gerade meinen ersten Film "Siesta" abgedreht. Dort ging es inhaltlich um eine Stuntfrau, die ihren Tod nicht akzeptieren kann und in dem Moment, in dem sie in den Flammentod stirbt, eine Reise in eine Traumwelt/Parallelwelt vollzieht, um noch ein letztes mal ihren Geliebten sehen zu können. Ich sah eine thematische Verbindung zwischen "Siesta" und "Friedhof der Kuscheltiere", in der es um den Tod in Verbindung mit obsessiver Liebe ging. Also musste ich mich nun mit Stephen treffen und ich wollte unbedingt, dass seine Wahl auf mich fallen sollte, aber ich hoffte auch, dass er meine persönliche Interpretation seiner Geschichte mögen würde. Stephen und ich haben uns sofort verstanden, weil er, so wie auch ich, Rock'n'Roll liebt. ausserdem war Dee Dee Ramone zu der Zeit ein enger Freund von mir, und ich denke, das hat den Deal besiegelt und die Sache rund gemacht.

 

 MMM: Sie haben auch "Friedhof der Kuscheltiere 2" inszeniert, und wenn man sich all Ihre Regiearbeiten so ansieht, kann man immer wieder feststellen, dass Sie ganz augenscheinlich Thriller und Horrorfilme lieben. Welcher Film hat ihnen persönlich eigentlich so richtig gänsehaut verursacht?

 

ML: Oh, Ich habe viele Lieblingshorrorfilme: "Die Nacht der Lebenden Toten", "Rosemarys Baby", "Der Exorzist", "Ring", "The Witch", oder auch jüngst "Get out" waren allesamt Filme, die ungewöhnlich in der Machart waren und in denen so einige Unerwartete Dinge passierten, die mich wirklich das Fürchten lehrten.

 

MMM: Ms. Lambert, wir wollen definitiv mehr Frauen auf dem "Horror-Regie-Stuhl" sehen, wie Mary Harron, Amy Holden Jones, Kathryn Bigelow oder Sie! Gibt es denn die Chance darauf, dass wir wenigstens neue Projekte von Ihnen zu gesicht bekommen? Erzählen Sie uns doch bitte von ihren Zukunftsplänen.

 

ML: Also, derzeit arbeite ich zusammen mit einem zweiten Autor an einem neuen Skript über Hexen. Der Arbeitstitel lautet "To kill a witch" - und eines kann ich euch jetzt schon versprechen: es wird definitiv verdammt gruselig!

 

MMM: Ms. Lambert, wir danken ihnen nochmals für Ihre Zeit und wünschen ihnen alles erdenklich gute für ihre zukunft. 

 

aus dem englischen übersetzt von: mumien-monster-mutationen.de, copyright 2018: mumien-monster-mutationen.de