Die 5-Minuten-Terrine. Ein Kurzinterview mit Ralf Möllenhoff

 

Der Lüner Independent-Horror-Regisseur Ralf Möllenhoff ist bekennender Fan von George Romero und so verwunderte es nicht, als er nach “R.I.P. - Bis zum Morgengrauen” im Jahr 2007 mit dem Zombieflick “Dead Eyes open” sein Kino-Regiedebüt gab.

 

Weitere Filme folgten. Möllenhoff entwickelte sich und seinen Stil weiter, bevorzugt jedoch bis heute die technische Finesse, sein Material im Retrostyle auf Super 8 - Schmalfilm zu drehen. Zuletzt lieferte er 2013 mit “Noir” einen unheimlichen, experimentellen und surrealen Psychohorrorfilm.

 

 

MMM: Ralf, erst einmal vielen Dank für deine Zeit. Wie hast du eigentlich dein erstes Horrorfilmerlebnis in Erinnerung?

 

Ralf: Sehr gerne. Das erste Horrorfilmerlebnis...Mich haben Monster seit frühester Kindheit fasziniert, schon bevor ich Filme gesehen hatte - deswegen kann ich jetzt gar nicht sagen, welches mein tatsächlich allererstes Horrorfilmerlebnis war: KING KONG, DER WOLFSMENSCH, GODZILLA und FRANKENSTEIN waren auf jeden Fall sehr früh dabei, filmisch ging das schon im Kindergartenalter los. Auf jeden Fall habe ich allesamt mehr als großartig in Erinnerung: Das Gefühl Geschichten zu erleben, die gefährlich sind und in denen faszinierend bizarre Fantasiegestalten ihr Unwesen treiben, das hatte auf mich einen sehr füllenden, intensiven Effekt und ich habe diese Begeisterung als "Lieblingsbeschäftigung" bezeichnet. So würde ich es heute immer noch nennen.        

MMM: Wann, wie und durch wen wurdest du dazu inspiriert, die Kamera in die eigene Hand zu nehmen? Gab es da einen bestimmten Moment, in dem es “Klick” gemacht hat?

 

Ralf: Das allererste Mal muss ich sieben Jahre alt gewesen sein, als ich mit einem Cousin mit der Kamera meines Onkels einen kurzen  Super 8-Streifen drehte. Ich hatte eine Monstermaske auf, kam mir mächtig gruselig vor obwohl es natürlich einfach nach einem Kind mit einer Maske aussah. Das Monster sollte unter Trümmern eines Hauses sein Ende finden. Ich fiel zu Boden, wir stoppten die Kamera, legten einige Mauersteine auf mich drauf und filmten - das ergab so überhaupt keinen Sinn und sah eher nach `nem verhunzten Stop Motion-Effekt aus. Einen richtigen "Klick"-Moment hatte ich nicht, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. Mit den ersten Kurzfilmen wurde nachgeahmt, was damals filmisch favorisiert wurde. 

 

MMM: Du bist sozusagen deine eigene Kreativschmiede und entwickelst die Ideen, die Drehbücher und übernimmst die Regie in deinen Filmen. Was stellt dabei für dich persönlich die größte Herausforderung dar und warum?

 

Ralf: Meine Filme waren von Anfang an ein Lernprozess für mich und sind es immer noch, und je mehr man selbst macht, desto mehr lernt man. Im Laufe der Zeit habe ich erkannt, wo meine Neigungen liegen und die tendieren zum - ich nenn das jetzt mal - "erkennbaren Film": Gerade deshalb drehe ich auch gerne mit Super 8, womit sich der Film in seiner analogsten Art bereits selbst als Film unmissverständlich zu erkennen gibt. Die Leute sollen spüren, dass sie einen Film sehen, dass Film-bilder eine Film-Geschichte erzählen und nicht zwingend Realität, gängigen Sehgewohnheiten oder dem technischen Stand der Dinge zu unterliegen haben. Das sehe ich einerseits als persönliche Herausforderung, andererseits aber auch als Stärke des Low Budget-Independentfilms.   

      

MMM: Wenn du die Chance hättest, mit reichlich Budget, jedoch weiterhin mit völliger kreativer Freiheit ein Filmprojekt auf die Beine zu stellen, was wäre es für eine Story und wer wäre deine Wunschbesetzung?

 

Ralf: Ich schaue nach vorn, würde zunächst mein nächstes Drehbuch, mein nächstes Filmprojekt angehen wollen. Aber klar, würde mir jemand explizit ANOTHER DAWN OF THE DEAD anbieten und produzieren wollen, nur zu! Die Effekte wären möglichst CGI-frei und kämen von Tam Savini. Wow!    

 

MMM: Erzähle uns doch bitte abschließend etwas über deine zukünftigen Projekte. Was kommt da demnächst “furchtbares” auf uns zu?

 

Ralf: Gemeinsam mit Filmpartner Alex Stöve produzieren ich gerade den Film "XENOPHOBIA" - eine Geschichte, die unterschwellig zu BODY SNATCHERS tendiert. Zusätzlich wird ein weiteres Super 8-Filmprojekt namens "R.I.P. FRANKENSTEIN" absehbar, das Drehbuch gehe ich gerade an. Im Release-Bereich wird "NOIR" feingefeilt, "R.I.P. BIS ZUM MORGENGRAUEN" steht ebenso auf der VÖ-Liste. Und da wäre natürlich noch mein aktueller Film "ALLAN GREY" von 2017, zu dem verschiedene Auswertungswege geplant werden.

Infos gibt's unter www.rip-independent.de . 

 

MMM: Ralf, wir danken dir herzlich für dieses Interview. privat und beruflich Alles Gute und viel Erfolg weiterhin für dich vom MMM-Team.

 

Copyright 2017: mumien-monster-mutationen.de