WTF:

 

In nicht allzu ferner Zukunft sind die Rohstoffe der Erde erschöpft. Hoffnung gibt hier der erdähnliche Planet Pandora, der in dieser Richtung noch einiges zu bieten hat. Doch Pandora ist nicht unbewohnt, und so entsteht rasch ein Konflikt mit der dort ansässigen humanoiden Spezies namens Na’vi, die sich gegen die Zerstörung ihrer Umwelt verteidigt. Man versucht den Planeten Mithilfe künstlich hergestellter Na’vi-Körper, sogenannter Avatare, zu infiltrieren. „Gesteuert“ werden diese Avatare durch das menschliche Unterbewusstsein. Ob dieser halbwegs friedfertige und in ansätzen diplomatische Unterwanderungsversuch jedoch funktioniert, bleibt abzuwarten.

 

Butter bei dem Fisch – Balthasars Meinung:

 

"Der mit den Wolf tanzt" im Weltall.

 

Also, dafür dass er häufig kritisiert wird, scheint er ja wohl sehr erfolgreich gewesen zu sein...nun gut, man mag ihn oder man hasst ihn. Anscheinend gibt es keine Grauzone. Ich muss allerdings sagen, dass ich, als ich ihn damals im Kino gesehen hatte, hin und weg war - Das gebe ich zu. Ich bin kein Freund von 3-D, und leider haben nach diesem Film alle möglichen Produzenten bis heute versucht dem 3-D-Erfolg nachzueifern. das ist ein bitterer Nachgeschmack dieses Films. Hier jedoch funktionierte es auf spektakuläre Weise. Und ich schäme mich nicht zu sagen, dass das wirklich gut war.

 

Zwar ist 3-D keine neue Erfindung (schließlich hatte Jack Arnold bereits u.a. sein "Schrecken vom Amazonas" in 3-D gedreht),  Aber Cameron brachte es hier zur Vollendung. Und alles was danach kam, war nur eine schlechte technische Kopie, bis es irgendwann nervte und überflüssig wurde (selbst "Hugo Cabret" musste nicht in 3-D sein. Die Ausnahme bildet da höchstens noch „Gravity“). Schließlich ist „Avatar“ sowohl  der Höhepunkt, als auch der Endpunkt der 3-D-Technik. Es hat sich ausgehypt. Auch "Life of PI", so eindrucksvoll er auch ist, wäre nichts ohne diesen Film.

 

Aber nun ist mit 3-D bitte auch Schluss. Was hier funktionierte muss nicht zwangsläufig in allen anderen Filmen funktionieren. Und ja, die Leute sind zwiegespalten über diesen Film. Ist auch ihr gutes Recht. Doch eines kann man dem Film nicht abstreiten: es wird geredet über ihn, und die Leute sehen ihn sich an.

 

zum inhaltlichen Aspekt sei gesagt, dass es tatsächlich so ist, dass der Film relativ simpel gestrickt ist. Es geht hier um die Schönheit und Bewahrung der Natur gegen den imperialistischen Kapitalismus. Es geht um die kulturelle Übernahme eines Volkes. Es ist ein Antikriegsfilm, wenn auch mit unterschiedlichsten Mitteln. Cameron geht es hier um die Einzigartigkeit von Wesen aller Art und Kreaturen auf diesem Planeten (oder auf anderen). Es ist somit tatsächlich "Der mit den Wolf tanzt" im Weltall.

 

Ist das kitschig, oder eine zu einfache Geschichte? Jein!

Es hat Elemente des Kitsch und auch einige Logiklöcher. Der Film hat eine einfache, aber geradlinige Geschichte. Aber verdammt nochmal, der Film funktioniert! Die Schauwerte sind allesamt phänomenal.

 

Nichts ist überflüssig. Alles passt in den Kontext des Filmes. Die Ausstattung ist exzellent, die SFX suchen ihresgleichen (obwohl die SFX-Schmiede von Cameron ja jetzt pleite ist), die Musik von James Horner ist klasse, wenn man sie sich in Ruhe anhört (Anspieltipp: "War") und die Action, Camerons Markenzeichen, ist bombastisch gedreht, das kann man wirklich nicht abstreiten. Somit bleibe ich dabei: Trotz eventuell kitschiger Einfälle und der mittlerweilen Überflüssigkeit von 3-D, ist der Film ist ein Erlebnis - und dazu steh ich auch. Punkt.