WTF:


Nach einer brutal-blutigen Schlacht gegen die Osmanen, kehrt der rumänische Prinz Dracul zu seiner Frau Elisabeta zurück. Diese hat jedoch zuvor die falsche Botschaft erhalten, Dracul sei im Krieg gefallen und nimmt sich daraufhin das Leben. Durch diese Sünde wird Elisabeta durch die Vertreter der Kirche exkommuniziert. Voller Wut und Trauer wendet sich Dracul in dieser schweren Stunde vom Christentum ab und wird zum blutdürstigen Fürst der Finsternis.

 

Butter bei dem Fisch - Igors Meinung:

 

Style over substance wird Regisseur Francis Ford Coppola des Öfteren bezüglich seiner Dracula-Interpretation vorgeworfen. Das kann ich unter Umständen ein Stück weit nachvollziehen, jedoch teile ich diese Meinung nicht. Sicherlich ist Vieles pompös und episch in Szene gesetzt, doch wirkt es nie aufgesetzt oder allzu überfrachtet. Das Spiel mit Symbolik und Farben funktioniert jedoch auch deshalb so gut, weil Coppola auf ein hervorragendes Ensemble zurückgreifen kann.

 

Ich meine, dass Gary Oldman zu den besten Schauspielern seiner Generation gehört, dies dürfte jeder halbwegs kinoaffine Filmfreund spätestens seit dem großartigen Mob-Thriller "Im Vorhof der Hölle" mitbekommen haben. Der Mann, der alles verliert: die Liebe, den Glauben und die Hoffnung, wird von Oldman höchst empathisch und überzeugend dargestellt. Aber auch Anthony Hopkins, Keanu Reeves und Winona Ryder machen ihre Sache wirklich gut.

 

Und so bekommt man nicht nur einen emotionalen Augenschmauß auf der technischen Höhe seiner Zeit geboten, sondern auch eine 100% stimmige Reminiszens an die alten Blutsauger-Filme in neuem Gewand.

 

Coppola hat meiner Meinung nach hier alles richtig gemacht. Ein perfekter Kostüm-Grusler mit tollen Kulissen, stimmigem Score und mit der perfekten Kameraführung von Michael Ballhaus wird geboten.