WTF:

 

Der kleine Andy bekommt zu seinem Geburtstag eine bizarre, rothaarige und unsympathische Puppe geschenkt, in die zuvor die Seele des berüchtigten Serienkillers Charles Lee Ray gefahren ist. Lee Ray hat hier somit den optimalen Ausgangspunkt dafür gefunden, weiterhin frisch und fröhlich seiner Mordlust zu frönen, denn Andy glaubt man natürlich kein Wort über die fiesen Machenschaften des biestigen kleinen Plastikmonsters.

 

Butter bei dem Fisch - Igors Meinung:

 

Puppen als todbringende und unheilvolle Wesen sind, ähnlich wie die "allseits beliebten" Vertreter der Clownzunft, schon lange ein beliebtes filmisches Stilmittel, um eine wirkungsvolle Schreckensgeschichte zu erzählen. Die kindliche Naivität wird der Furcht preisgegeben, die vertrauten "Seelentröster" und "Spaßmacher" werden in absurder Art und Weise zum personifizierten Grauen modifiziert. Eine einfache, aber kluge Idee, um beim geneigten Horrorpublikum zu punkten.

 

Das Gleiche muss sich Ende der 80-er Jahre auch Don Mancini gedacht haben, der als geistiger Vater von "Chucky" gemeinsam mit Regisseur Tom Holland das erste Drehbuch für die rotzige Killerpuppe entwarf. Pate stand hier gerüchtehalber die Matrosen-Puppe "Robert", die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA für einige unheimliche Vorfälle verantwortlich gemacht wurde.

 

Mancinis Idee zündete nicht sofort. An den Kinokassen war "Chucky" ein eher mäßiger Erfolg beschert, wurde jedoch in den Folgejahren zum echten Heimkino-Hit und zog dann sukzessive mittlerweile (stand 2018) sechs weitere Fortsetzungen nach sich.

 

Mancini darf hier mit Fug und Recht ein weltweit beliebtes, langlebiges Franchise bescheinigt werden, welches mit seiner schwarzhumorigen und zynischen Art durchgehend prima zu unterhalten weiß. Dem kleinen "Chucky" gebührt ein Platz unter den besten Monsterfilmen, so viel sei gewiss. Ich persönlich mag sogar die abgedrehten "Familien-Versionen" mit der spickigen Jennifer Tilly sehr gerne, auch wenn sie hier und da tendenziell eher den Unmut der Fans und Kritiker auf sich zu ziehen scheinen.

 

Regisseur Tom Holland ("Chucky", "Fright Night") stand uns übrigens vor einiger Zeit freundlicherweise Rede und Antwort. Lest Balthasars Interview mit ihm - hier, auf unserer Homepage!