WTF:

 

Der Wissenschaftler Seth Brundle ist ein ziemlich ausgefuchster Anmacher, denn er zeigt der attraktiven Journalistin Veronica nicht etwa seine Briefmarkensammlung, sondern seine eigens entworfenen "Telepods", die in der Lage sind, Materie von einem Raum zum anderen zu teleportieren. Das findet Veronica ziemlich sexy. Sie nistet sich bei Brundle ein, um über seine Arbeit zu recherchieren und zwischendurch heftig rumzukuscheln. Die Experimente mit den "Telepods" jedoch geraten heftigst außer Kontrolle, als sich Brundle dazu entschließt, sein eigener Proband zu werden.

 

Butter bei dem Fisch - Igors Meinung: 

 

Ich verehre David Cronenberg. Kaum ein anderer (Horror)-regisseur hat es so wie er immer wieder geschafft, derartig zu provozieren und zu polarisieren. Er ist sogar (Mit)-Erfinder eines eigenen Subgenres: dem sogenannten "Body-Horror".

 

Mittlerweile ist Cronenberg auch in anderen Gefilden unterwegs und lieferte z.B. mit "A History of Violence" oder "Tödliche Versprechen" exzellente Gewaltstudien ab.

 

In den 70-ern und 80-ern konzentrierte er sich jedoch vornehmlich auf die Angst des körperlichen Verfalls und die Infiltrierung des menschlichen Fleisches durch aüßere Einflüsse, sei es nun in Form von Viren, Mutationen oder durch andere Umstände, die stets in dem Mißverständnis oder der Unwissenheit wissenschaftlich-menschlicher Unzulänglichkeiten entstehen.

 

Auch bei "Die Fliege" dreht es sich erneut um den Verlust der "Fleischkontrolle". Brundle (kongenial dargestellt von Jeff Goldblum) blitzt die unberechenbare Genialität förmlich aus den Augen. Geena Davis und er haben eine unschlagbare schauspielerische Chemie. Das Mutationsdrama wirkt fast wie ein Kammerspiel, da sich, bis auf kleine Subplots, das Geschehen stets auf die Beziehung der beiden Hauptakteure zueinander konzentriert. 

 

Was wird aus Brundle? Wohin führt ihn die grauenhafte Reise in die Deformation? Brundle weiß es nicht, Veronica weiß es nicht und der Zuschauer auch nicht - bis zum Schluß, denn dann wird noch einmal Oscar-prämiert SFX-mäßig voll zugelangt. 

 

Ein trauriger, ernster und furchterregender Alptraum, der nachhaltig im Kopf hängen bleibt. Hervorragend in der Dramaturgie, erschütternd in der  Wirkungsweise. Ein Klassiker!