WTF:

 

Der brave und freundlich beseelte Dr. Jeckyll ist von dem Gedanken besessen, die menschlichen Verhaltensweisen in "Gut" und "Böse" zu separieren. Eine Reihe von Laborexperimenten verhilft ihm schließlich zum Durchbruch. Jekyll entwickelt ein Serum, welches ihn temporär in einen biestigen Unhold verwandelt.

 

Butter bei dem Fisch - Igors Meinung:

 

Das auf der Erzählung "Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde" des britischen Autors Robert Louis Stevenson aus dem Jahr 1886 basierende Horror-Drama gilt bis heute weitestgehend als die beste der zahlreichen Verfilmungen des Stoffes. Weit über 20 (!) Film- und TV-Auftritte hat der mental-gespaltene Doktor bereits im Petto - zahlreiche Querverweise (wie z.B. Jerry Lewis' "Der verrückte Professor") und (parodistische) Kurzauftritte mal ausgenommen. Viele Werke davon sind mir bis heute leider verwehrt geblieben- die Spencer-Tracy-Version von 1941 beispielsweise, oder natürlich auch die als verschollen geltende Interpretation des deutschen Filmkünstlers Friedrich Wilhelm Murnau, mit dem Titel "Der Januskopf".

 

So kann ich also nur den Direktvergleich mit Jean Renoirs "Das Testament des Dr. Cordelier" aus dem Jahre 1959 heranziehen. Und hier muss ich mich der vermeintlichen Massenmeinung anschließen. Obwohl der meisterliche Jean-Louis Barrault (alias Opal) hier wirklich ekelhaft aufspielt und wirkt wie ein trunksüchtiger Sexualverbrecher mit Gehfehler, schafft es die 1931-er-Version von  Rouben Mamoulian ihm in der Gesamtverpackung den Rang abzulaufen, sowohl tricktechnisch, als auch schauspielerisch.

 

Der filmische Ausbruchsversuch aus bürgerlichen Konventionen und moralischen Instanzen rief seiner Zeit die Zensur auf den Plan. Erst etwa 70 Jahre nach der Premiere konnte die ursprüngliche Laufzeit wiederhergestellt werden. Kritiker und Publikum jedoch waren ungeachtet dieses Umstandes sehr angetan von Mamoulians Verfilmung. Hauptdarsteller Fredric March erhielt gar einen Oscar als bester Hauptdarsteller.

 

Seit Erstsichtung in kindlichem Alter bin ich in der Tat etwas traumatisiert von "Dr. Schlimmfinger". Es würde mich ehrlich gesagt auch gar nicht wundern, wenn meine bis heute in höchstem Maße ausgeprägte Abneigung gegen pöbeliges, frevelhaftes und aggressives Verhalten von dem Konsum dieses Werkes herrührt. Und wenn ich irgendwo auf Laborequipment mit Reagenzgläsern und blubberndem Inhalt stoße, assoziiere ich stets die Geschichte von Jekyll & Hyde damit. Ob das wirklich so sein muss? Swallow it!