WTF:

 

Unter dem Vorwand beim Grafen Dracula eine Stelle annehmen zu wollen, reist der junge Vampirjäger Jonathan Harker in flagranti in die Karpaten von Transsilvanien, mit dem erklärten Ziel, dem zähnefletschenden Blutfürsten einen ziemlich spitzen Holzpflock in die gestärkte Bluse zu rammen. Leider ist sein Vorhaben nicht gerade von Erfolg gekrönt. Harkers Kumpel Van Helsing begibt sich daraufhin auf den Pfad der Rache und Erlösung, während Dracula obgleich des „spitzfindigen“ Anschlages auf ihn ebenfalls nach Vergeltung sucht.

 

Butter bei dem Fisch – Igors Meinung:

 

Nur ein Jahr nach dem sehr geglückten und von Publikum und Kritik dankbar angenommenen „Frankensteins Fluch“ holt Regisseur Terence Fisher wieder seine beiden Hauptakteure Christopher Lee und Peter Cushing zurück an das Set, um sich diesmal der klassischen Blutsauger-Thematik zu widmen. Dass Bram Stokers Vorlage hier drehbuchtechnisch in vielerlei Hinsicht stark variiert, schmälert das bissige Treiben in keinster Weise.

 

Nach der Übermensch-Leichenfledderei von 1957 ist auch Fishers Blutsauger-Umsetzung wieder einmal sehr fein und liebevoll ausgestattet, mit grandiosem Setting, tollen Kostümen und zwei hervorragend aufspielenden Mimen. 


Der sonst so feine Herr Dracula mit guten Manieren und Gigolo-Attitüde weicht hier bisweilen einem Schreckensmonster, dem man tatsächlich unter keinen Umständen des Nachts begegnen möchte. Der knapp zwei Meter große Lee wirkt schon sehr beängstigend.

      

Bis heute ist die 58-er-Version des beliebten Stoffes ein leuchtendes Beispiel für klassischen und prunkvollen Gothic-Grusel und eine der besten Dracula-Verfilmungen aller Zeiten. Spannend, stilvoll, temporeich, schön schrecklich und schrecklich schön. Igor ist entzückt!