WTF:

 

Dr. Henry Frankenstein lungert nachts des Öfteren mit seinem Schergen Fritz auf einschlägigen Friedhöfen herum, um Leichen(teile) zu stehlen. Sein Ziel: einen toten Menschen zusammenzuklöppeln, um diesen im Zuge seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse und Errungenschaften zum Leben zu erwecken. Das Experiment glückt, doch die Dinge laufen schnell aus dem Ruder. Frankenstein und seine Eingeweihten sind mit der Situation komplett überfordert.

 

Butter bei dem Fisch - Igors Meinung:

 

"Universal Pictures" hat hier monstermäßig wieder voll zugelangt und im gleichen Entstehungsjahr von Tod Brownings "Dracula" erneut einen waschechten Klassiker abgeliefert. Das Drehbuch entsprang einem Bühnenstück von Peggy Webling, welches an Mary Shelleys Roman angelehnt war. Im Grunde genommen hat man hier tatsächlich alles richtig gemacht, um die Kernaussage der Geschichte wirkungsvoll auf den Punkt zu bringen.

 

James Whales Version der Geschichte ist merklich durch das expressionistische deutsche Kino inspiriert. Die Kamera von Arthur Edeson schwelgt in ruhigen, beeindruckenden Bildern. Gerade die Szenen in Frankensteins Schloss und das Finale in der Mühle sind hervorragend in Szene gesetzt. Hinzu kommt das herrlich-überspitzte "Mad Scientist"-Gebahren von "Schöpfer" Colin Clive und das Auftreten des buckligen Sidekicks Fritz, welches in der nachfolgenden Filmgeschichte bis zum heutigen Tage Vorlage für unzählige Grusel-Nachfolger und Persiflagen wurde.

 

Von Boris Karloff brauche ich ja wohl gar nicht erst groß anzufangen. Seine traurige und tragische Performance ist über jeden Zweifel erhaben. Gemeinsam mit seinem späteren Leib- und Magen-Make-up-Künstler Jack P. Pierce kreierte Karloff eine unsterbliche Monsterfigur, die nicht nur Generationen von Filmschaffenden beeinflussen sollte, sondern auch bis heute als wichtige stilistische Figur der Popkultur gilt. Hier sei übrigens als Randnotiz vermerkt, dass ursprünglich Bela Lugosi die Rolle des Ungeheuers übernehmen sollte; dieser lehnte jedoch ab.

 

"Frankenstein" bildete in vielerlei Hinsicht das Fundament für eine Flut von Horrorfilmen. Ein packendes, unheimliches und tieftrauriges Drama über den Tod, das Leben und den Verlust wissenschaftlicher Kontrolle. Ein zeitloser Klassiker!