WTF:

 

Sean S. Cunninghams "Freitag der 13." war 1980 der blutige Startschuss für die mit bisher elf Teilen und einem Spin-off langlebigste Horrorfilm-Reihe aller Zeiten - Chapeau! Die nach inhaltlich einfachem Muster gestrickten Slasher-Basher folgen dem Prinzip des fließbandmordens auf zum größten Teil innovativem graphischen Wege und haben eine riesige Fangemeinde auf der ganzen Welt. Was ist dran an dem matschigen Treiben? Was fasziniert bis heute die Monstergemeinde an dem degenerierten Hockeymaskenträger? 

 

Butter bei dem Fisch - Igors Meinung:

 

Ja, keine Frage. Es gab vor "Freitag der 13." bereits irre Serienmörder-filme auf der großen Leinwand zu bewundern. "Augen der Angst" (1962) und Hitchcocks "Psycho" (1960) seien hier mit Sicherheit als Einflußnahme genannt, genauso wie die italienischen Giallos von Mario Bava oder Dario Argento, oder die verrückten Ideen des Gore-Pioniers H.G. Lewis. Allesamt wahnwitzige Blut-ergüsse, getragen von meist traumatisierten Psychopathen, die sich der besonderen Fleischeslust hingeben. Stilbildend, wegweisend, schockierend. 

 

Doch was unterscheidet nun die "Freitag der 13."-Reihe nicht nur von bereits genannten Hackepetern, sondern auch beispielsweise von John Carpenters Slasher-initiator "Halloween" (1978), der nur kurz zuvor in dem Genre für Furore sorgte und der auch (auf Grund der zeitnahen Veröffentlichung ?!) des öfteren zum direkten Vergleich herangezogen wird?

 

Um es mit einem Satz auf den Punkt zu bringen: Ich persönliche glaube, dass es die rotzige Spaßattitüde an der Sache ist, die, obwohl der Stoff merklich in den Anfängen als ernst und tragisch daherkommt, durchaus schon mit satirischer Spitzfindigkeit unter der sprichwörtlichen Campingmatratze lauert. 

 

Cunningham treibt hier das Gebaren und Gebalze der jugendlichen Protagonisten gehörig auf die Spitze. Der kiffende und dauervögelnde, arbeitsscheue 18-jährige Unhold wird mit samt seiner laschen Lebenseinstellung barsch in den Untergrund befördert. Das ist durchaus witzig und im Zuge der verkopften Autorenkinoauswürfe der 70-er höchstwahrscheinlich ein echter Befreiungsschlag der Generation "post-68" gewesen. Und wenn dann noch so ein cooler und rabiater Wemser wie Hühne Jason Voorhees das Geschehen in die Hand nimmt, hat man die passende Stilikone direkt mal gleich mit-erfunden.

 

Die leider arg zensurgebeutelte Reihe ist von je her ein Garant für einen spitzen Meuchelabend. Ich mag tatächlich nahezu alle Teile rund um den fiesen Machetenschwinger, ob nun eher in die ernste Kerbe hauend (wie z.B. Teil 1 oder 4), oder auch die cheesy-fun-varianten (wie z.B. Teil 6 oder das coole come-together-spin-off mit pizzafresse freddy). Sogar den von Fans und Kritik arg gebeutelten "Jason X" und Nispels remake von 2009 konnte in etwas abgewinnen. Tja, isso!

 

Das Freitag-Franchise rockt einfach derbe! Auf das noch lange, biestig, blutig und hinterrücks gemordet wird - ein "Hoch" auf Jason Voorhees!