WTF:

 

BILLY BEKOMMT VON SEINEM VATER EIN UNGEWÖHNLICHES GESCHENK: EINEN SOGENANNTEN MOGWAI. DIESER NETTE UND POSSIERLICHE KLEINE KERL BEDARF JEDOCH BESONDERER PFLEGE UND ZUWENDUNG. IM UMGANG MIT IHM GIBT ES EINIGE REGELN ZU BEACHTEN, DIE NATÜRLICH PROMPT GEBROCHEN WERDEN. UND SO MUTIEREN AUS DEM MOGWAI HERAUS EINIGE FIESE ABLEGER, DIE ALLES UM SICH HERUM INS ABSOLUTE CHAOS STÜRZEN. 

 

Butter bei dem Fisch - balthasars Meinung:

 

Absolut Top! Regeln sind dazu da gebrochen zu werden. Und das ist im Falle der „Gremlins“ auch gut, denn sonst würde man einen der besten und fantasievollsten Filme der vergangenen Jahrzehnte verpassen. „Gremlins“, wohl Das Top-Werk des Joe Dante. Kein anderer Film von ihm wirkte so nachhaltig auf das Publikum. Zwar kennen (wenn man es mal genau nimmt) relativ wenige Menschen ausserhalb des Filmuniversums Joe Dante, aber wenn man die „Gremlins“ ins Spiel bringt, kennt sie jeder.

 

Was aber genau macht diesen Film so besonders? Denn im Grunde ist es eine einfache Geschichte: kleine Monster zerstören eine Stadt. Fertig. Das besondere steckt in den vielen kleinen Details. Die, die sowohl für den Laien leicht erkennbar sind und die, bei denen Dante immer wieder kleine versteckte Leckerbissen an Filmreminiszensen für uns Freaks einbaut (das treibt er mit Teil 2 noch auf die Spitze, wie z.B. “Robbie, der Roboter“ oder „Die zeitmaschine“). Diese kleinen Filmverweise dienen nicht nur dazu, viele Erinnerungen an vergangene Tage des Fantasyfilms hochleben zu lassen, sondern sie zeigen auch, wie sehr die Welt der Fantasy (und auch des Horrors) uns beeinflusst. Aber Dante wäre nicht Dante, wenn er mit seinen kleinen Monstern nicht nur die Unterhaltung hochleben liesse, sondern er schafft auch die Gratwanderung zwischen Humor und Horror. Ohne den Humor in seinen Filmen (und diesen hier ganz speziell) wäre es ein knallharter Horrorstreifen geworden.

 

„Gremlins“ überzeugt durch beiden Seiten. Einerseits ist er ein atmosphärisch sehr spannend inszenierter Horrorfilm, der durch seine Schockeffekte und spannungsgeladenen Aufbau zu unterhalten weiß. Und Andererseits ist dieser Film eine perfide Attacke auf das kleinbürgerliche Vorstadtleben. Die „Gremlins“ zerstören hier das amerikanische Kultur- und Lebensgut auf fieseste Art und Weise. Dante benutzt die „Gremlins“ um eben diesen Traum des heilen Lebens zu zerstören. Er lässt die Zerstörung des augenscheinlich friedlichen Lebens Einzug halten in das spießige Leben. Die Bedrohung ist allgegenwärtig. Dazu brauch man keinen Krieg oder ähnliches. Es reichen schon kleine Wesen aus, die die Idylle vernichten. Und wie der Mensch darauf reagiert wird in Dantes Welt stets ironisch und etwas simpel konstruiert dargestellt. Dante benutzt somit die Bedrohung und Zerstörung der „Gremlins“ um die Dummheit der Menschen aufzuzeigen und die „heile Welt“ als eine Illusion darzustellen. Er entwirft ein Gegenbild der spielbergschen Welt der 80er Jahre und zelebriert sie gleichzeitig (allein die Tatsache, dass in den selben Kulissen wie „Zurück in die Zukunft“ gedreht wurde, zeigt das).

 

Neben diesen inhaltlichen Tatsachen kann Dante einfach perfekt inszenieren und spielt mit allerlei Erwartungen. Der Film weiß zu unterhalten. Auch wenn die SFX für heutige Bedürfnisse angestaubt wirken, ich finde diese handgemachten, animatronischen Effekte perfekt. Echte Effekte sind immer noch realistischer als einige CGI-Filme heutiger Zeit. 


Neben vielen, vielen netten Anekdoten (so sprach u.a. Michael Winslow, der Sergant Jones aus den „Police Academy“-Filmen einige Gremlins, oder das „Gremlins“ neben Indiana Jones der Film ist, bei dem die Amis das PG-13 eingeführt hatten) und das Dante immer wieder gerne mit seiner alten Crew arbeitet und seinen Lieblingsdarstellern, wie Dick Miller, ist dieser Film eine der anarchistischsten Filme, die jemals gedreht wurden.

 

      Ein Film der die Kultur beeinflusst, die er denunziert. Hier stimmt einfach alles!