WTF:

 

Für eine Hexe gibt es nichts Widerwärtigeres als ein Kind. Hier und da kann man sich zwar der penetranten Schreihälse entledigen, doch die oberste Ober-Hexe hat nun endgültig den Kanal voll von der stinkenden Hosenscheißerbrut. Und so ruft sie alle Genossinnen zusammen, um den Plan der endgültigen Vernichtung zu schmieden. Doch Oma Helga und ihr Enkel Luke bekommen Wind von der hinterhältigen Aktion und blasen zum Angriff auf die hässlichen Schicksen.

 

Butter bei dem Fisch – Igors Meinung:

 

Tja Freunde, ich weiß zwar nicht, was die Heintjes von der FSK seiner Zeit eingeschmissen hatten, aber man beschloss, den filmgewordenen Kinderschreck mit einer ganz entspannten FSK-6-Freigabe abzuplecken. Jaaa, ach komm. Ist halt eine Kinderbuchverfilmung von Roald Dahl. Da wollen wir mal nicht so sein, wie, was?!

 

Der letzte Film, an dem Puppenlegende Jim Henson noch selbst Hand anlegte, ist alles andere als ein knuffiger Sonntagnachmittag vor der Glotze. Es geht um Urängste, bizarre, alptraumhafte Bilder und um die latente Auseinandersetzung mit den Themen Tod und Verlust. Zwar garniert mit schrägem Humor und unter der schauspielerischen Mitwirkung von Kindern - aber holla, die Waldfee.

 

Dahl muss das ähnlich empfunden haben, hat er nach Erstsichtung des fertigen Films doch ziemlich gegen den Hexenzauber randaliert und war entsetzt obgleich des furchteinflößenden Szenarios aus den Regiehänden von „Trauergondel“ Nicolas Roeg. Erst als Dahl einen Entschuldigungs- und Huldigungsbrief von Henson himself erhielt, konnte er seine Betablocker wieder in den Arzneischrank verstauen.

 

 Für alle anderen Zuschauer, ab einem Alter in dem man die weiterführenden Schulformen besucht, gilt jedoch: anschauen!

 Der Film ist tricktechnisch, handwerklich und in den Kategorien Drehbuch und Regie ein wahrhaftes Meisterstück. Spannend, witzig, launisch, ungewöhnlich.