WTF:

 

In dem kleinen Wüstenkaff Perfection vegetieren die Einwohner (u.a. Fred Ward und Kevin Bacon) vor sich hin. Nichts passiert. Alles nimmt seinen Gang. Bis eines Tages Menschen verschwinden und z.T. verstümmelt wieder aufgefunden werden. Was ist da los? Die beiden Cowboys Valentine und Earl machen sich zusammen mit der Seismologin Rhonda auf die Suche nach dem Grund. Und finden ihn auch. Riesige Würmer, die im Erdreich ihr Unwesen treiben, sind daran Schuld.

 

Butter bei dem Fisch - Balthasars Meinung:

 

Eine wunderbare Hommage und eine brillante, lieb gemeinte Parodie.


(Achtung: diese kurzkritik kann Spoiler enthalten)

 

Nach all dem negativen der letzten Woche mal wieder eines meiner persönlichen ewigen Highlights. Als ich das erste Mal diesen Film sah, kam er im Spätabendprogramm. Ohne Vorwarnung und Vorstellungen sah ich mir diesen Film an und hatte gedacht, da kommt ein knallharter Horrorfilm. Nach der Begutachtung schlief ich mit einem Lächeln ein. Auch Jahre später (selbst heute) kann ich mir diesen Film stets immer wieder angucken und muss die ganze Laufzeit lang drüber schmunzeln. Zum einen weil ich weiß, was da kommt und zum Anderen weil ich weiß, dass dieser ganze Film (wohltuenderweise) nicht ernst genommen werden kann und dies auch nicht will. 

 

Ein sich selbst nicht ernstnehmender Film, der gekonnt mit den Elementen der 50/60-er Jahre Monsterfilme spielt und sie zeitgleich preist (ohne sie jedoch der Lächerlichkeit preis zu geben und ganz nebenbei eine Satire auf menschliches Verhalten ist) kann kein schlechter Film sein. Im Gegenteil. Underwood wusste ganz genau was er hier drehte und vor allem wie. Neben den Monstern, die herrlich altmodisch und abstrakt aussehen, bietet er hier einen Film, der von einem großen Regisseur dieses Genres inspiriert zu sein scheint: Jack Arnold. Während Arnold, der Wegbereiter des Monsterfilms (ja ich weiß, es gab noch andere) seine Filme anscheinend ziemlich ernst nahm, macht dies Underwood glücklicherweise nicht - Und das tut dem Film gut.

 

Neben den putzigen Monstern spiegelt sich dies vor allem in einem weiteren Punkt wieder: den Filmcharakteren. Hier schafft Underwood etwas, was Regisseure wie z.B. Joe Dante oder John Landis auch taten: er nimmt die Eigenarten seiner Charaktere und versucht diese im Rahmen einer Satire dem Publikum ironisch näherzubringen.

 

So ist dieser Film eine brillante Gesellschaftssatire unter dem Deckmantel eines B-Horrorfilms. Wie genau erreicht er das? Underwood zeigt dies anhand von vier Charakteren, die er ironisch auseinandernimmt, ohne dies jedoch direkt zu zeigen. Er zerstört das kapitalistische Denken von Geschäftsmännern, die selbst Geld machen wollen aus dem Elend, bzw. der Tragik anderer, denn genau wegen ihrer Geldgier (hier der chinesische Ladenbesitzer) kommen sie um. Er zelebriert liebevoll den Dumpfsinn amerikanischer „Cowboys“ die letzten Endes die Welt durch einfache Mittel retten, ohne auf die Ratschläge anderer zu hören. Die Welt wird gerettet durch augenscheinlich nicht allzu kluge Menschen, Kongenial dargestellt durch die Buddys Ward & Bacon, die in ihren Rollen anscheinend richtig viel Spaß hatten.

 

Den größten Coup schaffte er allerdings durch die von Michael Gross dargestellte Figur „Burt Gummer“. Er, das Sinnbild amerikanisch-militärischer Allmachtsfantasien, der meint, alle Probleme durch Waffengewalt regeln zu können, ist hier der große Verlierer. Waffen bringen rein gar nichts, um unterirdische Riesenwürmer (die hier nur als Aufhänger für solche Bedrohungen wirken) zu vernichten. Nö….einfach vom Felsen schmeißen und dann ist alles gut. Auch wenn diese durch die explodierenden Bomben weggelockt werden: die Idee stammt von den „Cowboys“. Und das UNDERWOOD Michael Gross als Darsteller ausgesucht hat, ist ebenso brillant, denn schließlich ist Michael Gross hier einer der ur-amerikanischen Väter einer amerikanischen Serie („Familienbande“) und dem amerikanischen Familienleben. durch diese Darstellung lässt er nicht nur dieses Image hinter sich, sondern verspottet es gleichzeitig. 


Auch bei diesem Film merkt man mal wieder eines: echte animatronische Effekte sind einfach besser als CGI-Effekte. 


Also: diese fantastische Hommage an die guten alten B-Horrorfilmmonster mit versteckten Spitzen macht einfach viel Spaß. Danke, liebe „Schnappoiden“ oder „Graboiden“… je nachdem, wie man es nennen will.