WTF:

 

Die Lamberts haben sich endlich den Traum vom Eigenheim erfüllt. Als ihr Sohn Dalton jedoch in dem frisch bezogenen Haus von einer Leiter auf dem Dachboden stürzt und ins Koma fällt, verwandelt sich das nette Familienidyll sukzessive in einen waschechten Alptraum. Denn erstens weiß niemand, was wirklich mit dem dahindösenden Dalton passiert ist und wie man ihn stabil in die Realität zurückholt, und zweitens häufen sich die unerklärlichen und beunruhigenden Vorfälle auf derart drastische Weise, dass das Ehepaar kurz vor einem Nervenzusammenbruch steht. Das ganze verdammte Haus scheint verflucht zu sein.

 

Butter bei dem Fisch - Igors Meinung:

 

Hut ab vor James Wan! Der junge australische Regisseur entpuppt sich immer wieder als Genreexperte und konnte u.a. sowohl bereits mit dem differenzierten Rachethriller "DEATH SENTENCE", als auch mit dem perfiden Fiesling "SAW" und später mit der hervorragenden Geistermär "CONJURING" eine feste Fanbase um sich scharren. Hier, so scheint es, wurden sämtliche menschliche Urängste zusammengeklöppelt: ein Monster, welches des nachts am Bett lauert, knarzende Türen, unheimliche Schatten, merkwürdige Geräusche und die Machtlosigkeit gegenüber dem Unbekannten werden in einer beklemmenden und schaurigen Mixtur zu einem sauspannenden Horrorthriller der alten Schule vermengt.

 

Das ist meiner bescheidenen Meinung nach auch durchaus legitim, wenn es denn funktioniert einen wirkungsvollen und beeindruckenden Beitrag zum gepflegten Filmschrecken beisteuern zu können und erst recht, wenn alteingesessene Ideen nicht nur kopiert werden, sondern im Kontext neue Akzente zu setzen vermögen. Und das schafft James Wan mit geschicktem Händchen für die Materie, denn die unheimlichen Besucher, die den Daltons das Leben schwer machen, sind eine absolute Gruselgarantie und sorgen für einen "furchtbaren" Videoabend, den man so schnell nicht vergisst.

 

Seit ich Anfang der 80-er mit dem epischen Kubrick-Meisterwerk "SHINING" die Bekanntschaft schloß, habe ich nicht mehr so eine durchgängige Gänsepelle verspürt, wie in diesem stimmungsvollen Nägelbeißer. Die zum Teil durchschnittlichen Kritiken kann ich in keinster Weise nachvollziehen.