WTF:

 

Vor ein paar Jahren griff eine aggressive Bienenart in den USA Menschen an und tötete Sie.  Die Gefahr wurde eingedämmt.  Das amerikanische Zentrum für Bienenforschung unter der Führung von Dr. David Martin (Efrem Zimbalist jr.) hat eine der Königinnen von damals in seiner Obhut und versucht sie zu erforschen. Bei einer Attacke wird einer der Doktoren von den Bienen grausam getötet und man vernichtet diesen Bienenstock. Nur wurden bereits drei weitere Lieferungen aus diesem Zentrum verschickt unter denen sich ebenfalls weitere Königinnen befinden. Dr. Martin macht sich zusammen mit seiner Kollegin Jeannie Devereux (Tovah Feldshuh) und ihren Freund Nick Willis (Dan Haggerty) auf die Suche nach den verbleibenden Bienenvölkern. Es kommt zum Showdown, bei dem eine tragische Entscheidung getroffen werden muss.

 

Butter bei dem Fisch - Balthasars Meinung:

 

Tierhorrorfilme waren gerade in den 70-er Jahren eine wahre Fundgrube an allerlei möglichen Getier. Es gab kaum ein Lebewesen, welches nicht als Symbol stand für die Natur, die zurückschlägt. Das ging manchmal ziemlich ins Fantastische, wie bei IN DER GEWALT DER RIESENAMEISEN (1977) oder FROGS  (1972), oder es blieb nah an der Realität wie bei MÖRDERSPINNEN (1977) oder PHASE IV (1974). Am Beeindruckendsten sind die Filme, die versuchen sich stark an wirklich mögliche Ereignisse zu orientieren - und dazu gehört dieser Film.

 

Als Fortsetzung zum Film MÖRDERBIENEN GREIFEN AN (1976) mit Ben Johnson, Michael Parks und Horst Buchholz gedreht, bietet dieser TV-Film eine gelungene zweite Variante dieses Bienenthemas. Denn das Besondere ist tatsächlich das Bodenständige, sprich die Realität auf dem dieser Film basiert. Man hat das Gefühl, dass dies wirklich so geschehen kann. Keine Spezialeffekte huschen über den Bildschirm. Keine großen, unnötigen Knalleffekte. Das leise Summen der Bienen reicht aus, um Terror zu verbreiten. 

 

Denn es sind nicht schleimige Monster die hier ihr Unwesen treiben, sondern eine der kleinsten Arten der Welt, die wir alle kennen und die erbittert zurückschlägt. Auch ist es nicht ein einzelnes Wesen, welches dem Menschen in den hintern tritt. Nein, es sind gleich (laut Film) eine halbe Million. Einzeln nichts, in der Masse tödlich. Und das zeigt dieser Film auf feine, aber intensive Art. Und auch nicht übertrieben.

 

 

Regisseur Lee H. Katzin, der zuvor einige Episoden der TV-Serie KOBRA, ÜBERNEHMEN SIE  oder GEÄCHTET drehte, schuf einen spannenden TV-Thriller mit einer guten Kamera (Michael Hugo, FEUERKÄFER, 1975) und einer Schauspielerriege, die ihren Charakteren zwar nicht unbedingt Tiefe verleihen, jedoch spielen sie ihre Figuren glaubhaft und nicht übertrieben. Hier seien vor allem Efrem Zimbalist jr. und Dan Haggerty genannt. Zimbalist jr. war zur Drehzeit kein Unbekannter. Spielte er doch in 151 Episoden der TV-Serie 77-SUNSET-STRIP (1958 – 1964) und in 241 Episoden der Serie FBI (1965 – 1974) mit. Dan Haggerty kennt man aus DER MANN IN DEN BERGEN (1977 – 1978). Torah Feldshuh übernahm die Rolle der Jeannie, die im ersten Teil von Gretchen Corbett gespielt wurde.

 

Eine der schönen Dinge dieses Films waren zwei  Sachen: Zunächst die Synchronisation. Stimmen, die man von früher kannte und gerne gehört hat. So wurde z.B. Dan Haggerty von Kurt Goldstein synchronisiert. Seine Stimme kennt man vielleicht aus Filmen wie PREDATOR (1987, wo er Bill Duke war) oder als Al Mathews alias Sergeant Apone in ALIENS (1986). Und da wären die Nebendarsteller, die allesamt bekannte Gesichter aus der zweiten Reihe sind. So Richard Herd (DIE UNBESTECHLICHEN, 1976), Charles Hallahan, der vier Jahre später in John Carpenters DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT mitwirkte, oder Philip Baker Hall (MAGNOLIA, 1999). Allesamt sehr gute Nebendarsteller. Das freut ungemein.

 

 

Im großem und Ganzen kann man sagen, dass der Film, trotz seines augenscheinlich geringen Budgets, eine gute Spannungskurve aufweist. Und der Tenor, dass die Natur, und sei sie auch noch so klein, immens zurückschlagen kann, kommt gut rüber. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass Katzin hier eine TV-Variante drehte zum Thema „In der Masse sind wir stark“. Eine Art Insektenrevolution auf TV-Niveau. Und das Ende ist durchaus negativ. Also auch hier wieder eine Variante der 70er Jahre. Denn hier gab es durchaus Film-enden, die nicht sonderlich positiv zu bewerten sind.