WTF:

New York, Mitte der 30-er Jahre: Regisseur Carl Denham ist bei seinen Produzenten in Ungnade gefallen, denn der bietet ihnen, nach eigenem Bekunden, nur noch Schrott an. Etwas Spektakuläres muss also her, etwas, was das Kinopublikum so in der Form noch nicht gesehen hat. Und so macht sich der spleenige, aber ehrgeizige Künstler Hals über Kopf mit seiner Filmausrüstung, seiner teilweise unfreiwillig getreuen Truppe und einer hübschen Varietékünstlerin, die er mal eben noch so im vorbeihuschen engagieren konnte, auf den Weg nach "Skull Island", einer sagenumwobenen Insel, die voller unbekannter Gefahren steckt. Und tatsächlich: "Skull Island" wird für die Angereisten ein Synonym für schweisstreibende und monströse Abenteuer.

 

Butter bei dem Fisch - Igors Meinung:

 

Ganz klar vorne weg: es ist unbestritten, dass die ursprüngliche filmische King-Kong-Version von Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack aus dem Jahr 1933 eine gnadenlos-genialer und wegweisender Aufbruch in ein neues Spezialeffekte-Zeitalter war. Die Stop-Motion-Tricktechnik, die von Willis O’Brien umgesetzt wurde, gilt auch heute noch als visuell beeindruckend. Mit King Kong entstand ein wahres Popkultur-Phänomen, das Gezeigte galt damals als bisweilen teilweise sogar skandalös und brutal. Ein wahrer Klassiker der Kinogeschichte, ganz ohne Zweifel.

 

Auch die 76-er-Version aus der Dino De Laurentiis-Schmiede wusste durchaus zu gefallen. Sie war düster, unheimlich, recht grimmig und hatte für seine Zeit solide Tricktechnik und mit Jessica Lange und Jeff Bridges zwei ernstzunehmende Hauptdarsteller zu bieten.

 

Die neueste Interpretation "Kong: Skull Island" aus dem Jahr 2017 werte ich als reines, donnernd lautes Popcornkino a la "Transformers" und Co., bestehend aus puren Zerstörungsorgien und CGI-überladenen und quietschbunten Bilden. Es war ganz witzig, aber mehr auch nicht.

 

Doch wenn ich in mein Monsterherz hinein höre, dann muss ich euch gestehen, liebe Leute: Peter Jacksons Version ist für mich persönlich die stimmigste, weil einfach all das so wunderbar zusammenpasst, was mir bei einem wirklich guten Film wichtig ist: Emotionen, eine empathische Verbindung zu den Figuren, Spannung, ein gutes Ensemble, eine gute Regie- und Kameraarbeit, so wie ein starker Score (in dem Fall von dem begnadeten James Newton Howard komponiert, der in wenigen Wochen zu Höchstform auflaufen musste, weil ihn Peter Jackson auf Grund unterschiedlicher kreativer Differenzen mit Howard Shore austauschte). Auch wird sich Zeit für die Figuren gelassen. Es wird nicht sofort drauf losgepoltert. Jackson fokussiert sich hier anfangs auf die einzelnen Charaktere, gibt ihnen Raum - das gehört für mich sogar bei einem guten Monsterfilm dazu. Das gesamte Setting, sowohl im ersten und letzten Akt (ein wuseliges New York während der Wirtschaftskrise), als auch auf der todbringenden Insel im Mittelteil der Geschichte, ist durchweg faszinierend in Szene gesetzt. Die Tricks sind (bis auf die Dino-Stampede-Sequenz) allesamt erste Sahne. Und eines ist ja wohl mal ganz klar: Kong-Darsteller Andy Serkis ist ein echter Segen für die gesamte Hollywood-Traumfabrik. Ein begnadeter Künstler und Schauspieler, mit unerreichter "tierischer" Mimik - eine wahrhaft ungewöhnliches Talent. Alles in allem also: großes Kino! Chapeau, Peter! Alles richtig gemacht!