WTF:

 

Der junge Cowboy Caleb trifft  auf die hübsche und einsame Mae, die sich als Vampir entpuppt. Nach dem sie etwas an ihm rumgenuckelt hat, verwandelt sich Caleb nach und nach selbst zu einem Spitzzahn. Die Blutsauger-Bande, die mit Mae durch die Lande zieht, möchte Caleb am liebsten den Rest geben, doch Mae kann sie davon überzeugen, Caleb zu verschonen. Stattdessen bekommt er die Chance, sich in die mörderische Clique zu integrieren.

 

Butter bei dem Fisch - Igors Meinung:

 

Der von Hollywood unabhängig produzierte wilde, aber abgrundtief coole Vampir-Western-Roadmovie-Mix aus der Feder und unter der hervorragenden Regie des phantastischen Allroundtalentes Kathryn Bigelow ("Blue Steel", "Gefährliche Brandung", "Strange Days") ist exzellentes Genrekino.

 

Roh, rüde und staubig wirkt das Ganze Szenario, die Stimmung innerhalb der Vampirgruppe droht in jeder Film-Minute in eine blutige Gewalteruption zu kippen. Die latente Gefahr, die von Mae und ihrer Bande ausgeht, pendelt die Spannungskurve ab dem mittleren Akt des Films beständig im oberen Nägelbeißer-Bereich ein. 

 

Das Leben eines Vampirs wird hier nicht romantisch verklärt dargestellt. Es gibt keine Vollmondspaziergänge im Moor, keine wunderschönen, blassen und sexversprühenden Blutsaugerdamen. Es gibt keine höflichen Vorab-Dialoge zwischen Täter und Opfer - es ist blutig, dreckig, nihilistisch, brutal, ruppig und morbide.

 

All dies bringen die wunderbaren Vampir-Darsteller (u.a. Lance Henriksen, Bill Paxton und Jenette Goldstein) vorzüglich rüber. Die drei genannten Mimen hatten übrigens ein Jahr zuvor bereits ein "Team" vor der Kamera gebildet, als sie in James Camerons "ALIENS" der tödlichen Monsterbrut in den Hintern traten. Die deutsche Elektromusik-Formation "Tangerine Dream" liefert einen überzeugenden, ungewöhnlichen, aber stimmigen Score. Bigelow war angeblich sofort Feuer & Flamme für die komponierten Stücke.

 

"Near Dark" sollte jeder Vampirfilmfan kennen, der kein Problem damit hat, sich auf einen knüppelhartes Stück Celluloid einzulassen. Ein todernstes Horror-Highlight der 80-er Jahre.