WTF:

 

Der geniale Wissenschaftler Will Rodman experimentiert mit Schimpansen, um ein Demenz-Gegenmittel zu kreieren, denn seinen Papi Charles hat es diesbezüglich erwischt. Nach einem Vorfall im Labor bringt Will das Schimpansenbaby Caesar zu sich nach Hause und zieht das hochentwickelte Äffchen wie ein Familienmitglied groß. Schon bald entwickelt Caesar zunehmend Empathie für Charles und Will. Nachdem es zu Streitigkeiten zwischen den Rodmans und deren Nachbarn kommt, greift Caesar ein, um "seine Familie" zu beschützen. Als Konsequenz aus dieser aggressiven Aktion wird er zusammen mit anderen Schimpansen in einen großen Käfigkomplex gesteckt. Doch das lässt sich das Alphamännchen nicht lange gefallen. Er zettelt zusammen mit seinen haarigen Kumpels einen Aufstand an.

 

Butter bei dem Fisch - Balthasars Meinung *mit grauenerregendem Spoilerchen*:

 

Geniale Neuversion! Ohne Umschweife: Dieser Film hat mich begeistert. Das hat zwei Gründe: Erstens schafft er es, der alten „Planet der Affen“-Serie (dessen großer Freund ich bin) so viel Referenzen und Verweise zuzuteilen, dass sie z.T. absolut unbemerkt sind, und somit eine Verneigung zu dieser Serie ist, und zweitens schaffte es der Film dem Thema etwas absolut Neues abzugewinnen und ist deshalb komplett eigenständig. 

 

Die Reminiszenzen auf die alte Serie sind unverkennbar. Allein die Namen wie Caesar oder Cornelia, das Space Shuttle „Icarus“, welches abhebt und verschwindet im All, die auflaufenden Polizisten auf den Pferden (ähnlich der Reiterstaffel im fünften Teil), das jede Affenart ihre Eigenart hat und natürlich die schockierendste Szene von allen: Das Wort „Nein“. Als ich den Film im Kino sah, war diese Szene unschlagbar. Das gesamte Kino war ruhig! Jeder war geschockt. Ich wusste die Szene kommt irgendwann, aber ich wusste nicht wann. Als sie kam war ich perplex. Das muss Kino bewirken! Einen Stillstand der Spannung nur um noch größere Spannung zu erzeugen. Der Aufruhr, die Revolution gegen die Unterdrücker. Das war großes Kino. Und das schaffte der Film sehr gut zu vermitteln. Auch, oder gerade weil es keine Menschen waren (oder vielleicht doch? Schließlich sind die Affen hier menschlicher als der Mensch), konnte man sich den Unterdrückten anschließen. Denn hier ist die Quintessenz des Films vorhanden: Es ist ein Film gegen die Unterdrückung, gegen die Versklavung von Seiten des Menschen aus. Die Natur schlägt zurück und das unerbittlich. Auch kommt hier das Frankensteinprinzip zum Tragen: Der Mensch kreiert seinen eigenen Untergang. Seine Schöpfung wird ihn vernichten. Das Aufbegehren gegen die herrschende Masse ist das Leitthema des Films. Und wie begehrt man auf, um Freiheit zu erlangen? Man muss sie bekämpfen. Auch wenn das fragwürdig erscheint, so ergibt es Sinn. Unwissenheit und Zweifel lassen den Mensch in Angst zurück. Und Angst ist ein Aggressor. Dieses versucht die Affenschar zwar zu umgehen, merkt aber dass das nicht geht und nutzt die Macht die sie über den Menschen haben gegen sie aus. Im Prinzip ist dies hier ein Film für die Freiheit des Einzelnen.

 

Auch werden hier die Mechanismen der Machtergreifung auf perfide Art und Weise karikiert. Der Anführer ist ein Affe. Wie wunderbar sarkastisch. Und das ist verdammt gut gelungen. So schafft der Film dem „Affen“-Thema eine neue Seite abzugewinnen. Zwar wirkt manchmal der Film mit seiner Symbolik zu überfrachtet, aber das tut dem Zuschauen keinen Abbruch.  Die Machart ist fantastisch gut gelungen. Die SFX sind von einmaliger Präzision. Das Motion Capturing war noch nie so gut wie hier. So realistisch hat man noch nie diese Technik gebraucht. Caesars (oder Andy Serkis') Darstellung ist einfach atemberaubend realistisch. Mich persönlich hat die Animation des Orang Utans am meisten fasziniert, aber alle SFX wirken so, als ob sie keine sind. Die Darsteller sind auch alle hervorragend.

 

***Spoiler an***

 

Und wer hätte gedacht, dass James Franco den Menschen in seiner unbedarften Rolle den Untergang bringt?

 

***Spoiler aus***

 

Der Film ist Hommage und Neubelebung zugleich. Einer der wenigen Filme, bei dem ich mich wirklich auf den zweiten Teil freue.