What the fuck?

 

Cecilia lebt wie eine gefangene in der Fort-Knox-ähnlichen Festung ihres gewalttätigen und soziopathischen Freundes Adrian. Dieser fiese Mistmop ist genauso biestig wie brillant. In seinen Katakomben entwickelte der geniale Wissenschaftler einen Anzug, dessen spezielle Oberfläche in der Lage ist, das Licht zu brechen und seinen Träger gegebenenfalls komplett unsichtbar erscheinen zu lassen. Cecilia fast nach einer langen Zeit der Gewalt und Demütigung den Plan, Adrian zu verlassen und geheimen Unterschlupf bei Freunden zu suchen. Von da an hat der Arsch aber erst mal so richtig Kirmes...

 

Why the hell?

 

Nach der anfänglichen Reboot-Pleite der alterwührdigen UNIVERSAL-Monster mit Grinsekater Cruise und der Lumpen-Mumie hat man sich nun erneut an eine Neuinterpretation in dieser Sparte herangewagt - und man höre und staune: diesmal wirklich nahezu alles richtig gemacht.

 

Regisseur, Mime und Autor Leigh Whannell, seines Zeichens Drehbuch-Buddy von Horror-Wunderknabe James Wan (Insidious, Conjuring,...), nahm nach seinem Action-Brett UPGRADE aus dem Jahre 2018 erneut gleich mal wieder selbst die Kamera in die Hand und liefert mit DER UNSICHTBARE direkt seinen nächsten filmischen D-Böller ab.

 

Der exzellent gefilmte Thriller glänzt mit einer superben Kameraführung, einem schlüssigen Script, unentwegter Spannung und einer herausragenden Hauptdarstellerin. Elisabeth Moss (MAD MAN) möchte man bei dem treiben auf der Leinwand glatt ein Spendenkonto einrichten und sie adoptieren, so sehr wird ihr Charakter geschunden. 

 

Der unsichtbare Stalker mutiert in kurzer Zeit sukzessive vom perfiden Nervenkitzler zum Terrorspezialisten und ist gnadenlos entschlossen, ihr ALLES zu nehmen. Dabei geht er dermaßen planmäßig schurkisch und hassenswert zur Sache, dass man ihn am liebsten mit der nächsten Schneeraupe ins Overlook-Hotel verfrachten lassen würde.

 

Obwohl natürlich einiges davon vorhanden, erwartet uns hier Erstaunlicher- wie erfreulicherweise kein CGI-überladener Zinnober - Vieles entsteht in den Köpfen der Zuschauer. Whannell schenkt uns hier aller Wahrscheinlichkeit nach den Horror-Höhepunkt 2020. Zumindest glaube ich kaum, dass man diese suspence -und spannungsgeladene Schreckschraube in naher Zukunft noch fester anziehen kann. (Igor)