WTF:

 

Der böse Zauberer Sokura nötigt den Abenteurer Sindbad dazu, ihm seine entwendete magische Lampe wiederzubeschaffen, in dem er seine Verlobte in einen Däumling verwandelt. Um diesen Bann zu brechen, müssen Sindbad und seine Leute hier nun quasi als schnelle Eingreiftruppe fungieren und schlittern dabei in diverse Abenteuer rund um Zyklopen, Drachen und anderen phantastischen Fabelwesen.

 

Butter bei dem Fisch - Balthasars Meinung:

 

Ganz großer Fantasyklassiker der einfachen und doch effektiven Art.

 

Zu einer Zeit gedreht, bei der Fantasystreifen belächelt wurden, hat der Film nicht nur die Zeit überdauert. Nein, ohne ihn wäre vieles nicht was es heute gibt. Und das liegt einzig und allein an zwei Menschen: Ray Harryhausen und Nathan Juran. Harryhausens grandiose Stop-Motion-Kreaturen, die in damaliger Perfektion in das Spielgeschehen integriert wurden und Jurans exorbitant atmosphärische Regie lassen diesen Film weit über vielen anderen aus diesen Genre stehen. Natürlich kann man viel bemängeln. Aber dies ist ein Fantasyfilm mit SFX, die bahnbrechend waren. Was an dem Film aber so hervorsticht, ist, dass er echt ist. Kein CGI, keine überflüssigen Nebenhandlungen, keine unnützen Dialoge. Alles passt genau dort hin, wo es sein soll.

 

Die Szenarien sind abwechslungsreich und kraftvoll in ihrer Gestaltung. Tendierend irgendwo zwischen Nostalgie und Naivität ist es doch gerade das, was diesen Film ausmacht. Und vor allem wurde hier die Kreativität der Menschen noch gefordert. Sei es der Zyklop, Zauberei, Zwerge, Riesenvögel oder  Skelette. Es ist alles da und forderte den höchsten Trickaufwand der damaligen Zeit. Bei diesem Film sitzt man vor den Fernseher und entschwebt in eine andere Zeit, in ein anderes Leben. So stilvoll ist das alles hier gedreht.

 

Und deshalb der zweite Mensch dem man diesbezüglich zu danken hat: Nathan Juran. Der Ex-Austatter (u.a. „Mein Freund Harvey“) hat im Fantasygenre seine Berufung gefunden. Neben diesem Film drehte er solche grandiosen Werke wie „Die Bestie aus den Weltenraum“ oder „Angriff der 20-Meter Frau“. Wenn jemand mit solch Herzblut einem Genre verbunden ist, zolle ich ihm höchsten Respekt. Denn das muss man erst mal durchziehen. Wie dem auch sei, der Film ist einfach gut gedreht. Auch wenn man nörgeln könnte, dass vieles langweilig sei. Ist es nicht. Bei näherer Betrachtung erkennt man sogar den spannenden Aufbau. Kombiniert mit der genialen Musik von Hitchcock-Stammkomponisten Bernard Hermann.

 

Es ist ein herrlicher, fantasievoller, spannender Film, der Elemente aus der orientalischen Mythologie nimmt, sie umgestaltet und wohlwollend umsetzt. Ganz nebenbei zeigt er uns auch noch, dass man erst durch viele Hindernisse gehen muss um eventuell das zu erreichen, was man schaffen will - und dabei noch ein paar Zyklopen kaputt machen. Ein Hoch auf Juran und Harryhausen.