WTF:

 

Eine hochgiftige Tarantel entweicht aus einem kalifornischen Versuchslabor, in dem sie bei Experimenten zur Wachstumsbeschleunigung eingesetzt wurde. Bald erreicht die Giftspinne gigantische Ausmaße und bedroht eine ganze Stadt. Es entbrennt ein regelrechter Krieg gegen das mörderische Vieh.

 

Butter bei dem Fisch - Balthasars Meinung:

 

Großer Vorreiter - früher belächelt, heute gefeiert.

 

1955 hatte der große, aber dennoch zu Unrecht nicht ernst genommene Jack Arnold schon zwei Filme gedreht, die zu Recht als Klassiker gelten: „Gefahr aus den Weltall“ und „Der Schrecken vom Amazonas“. Zwei kleine, aber feine Meisterwerke, die es geschafft haben in wundervoller B-Film-Manier ein Genre zu revolutionieren. Nicht nur formal sind diese Filme Vorreiter, auch der unterschwellige Kontext der Warnung machen diese so außergewöhnlich. Und dann trat Arnold an, seinen dritten und wirklich wichtigen Film zu drehen. 

 

„Tarantula“ kam zu einer Zeit in die Kinos, in der der Fantasy/Horrorfilm noch ein wenig in den belächelten Kinderschuhen steckte. Aber wie ich immer sag', kann man gerade in diesen Genres viel gesellschaftliches und/oder politisches versteckt transportieren. Und das tat Arnold auch hier.

 

Ein Jahr zuvor machten es die Japaner vor. „Godzilla“ ließ die Leinwände erzittern - DIE ultimative Warnung vor einem katastrophalen Umgang mit dem Atom. Dann, ein Jahr später kam "Tarantula" in die Kinos, Und Arnold machte etwas sehr Geschicktes: er nahm ein bekanntes Lebewesen (nicht so wie „Godzilla“), vor dem viele Menschen Angst hatten und benutzt dieses Lebewesen in einer abstrus-großen Weise, so dass diese Überdimensionalität der Spinne den Menschen bis heute noch mehr Angst macht. Er nimmt also ein dem Menschen bekanntes „Ding“ und verarbeitet es in einem Gruselfilm, um den Menschen Angst zu machen und um sie auf fantastische Weise zu warnen. Vor was? Im Gegensatz zu „Godzilla“ nimmt sich hier Arnold der „kleinen“ Gefahr an: die der Genmanipulation, ohne dies konkret zu sagen. Wir experimentieren, versuchen Gott zu spielen, wollen heilen, wollen helfen, wollen aber auch oftmals nur Profit machen. Und was kommt heraus? Deformierte menschliche Körper, oder genmanipulierte Lebewesen, wie z.B. eine riesige Spinne.

 

Arnold nahm all dies schon damals vorweg, Das ist der Unterscheid zu „Godzilla“ und zu dem ebenfalls ein Jahr zuvor entstandenen „Formicula“ (ebenfalls ein grandioser Klassiker). es geht hier um die Veränderung vom "Kleinen" zum monströsen Ungetüm. Die Gefahr der Forschung wurde hier für viele FolgeFilme vorweggenommen. Und dies zeigt Arnold auf wunderbar wirkungsvolle Weise. Die SFX sind für die Zeit (auch wenn sie vielleicht recht billig wirken) enorm gut gemacht. Das Setting ist geschickt gewählt, die Spannung ist zeitgemäß gekonnt aufgebaut. Und zudem ist es eben der erste Film, in dem Clint Eastwood auftritt...Allein das ist schon erwähnenswert.

 

Obwohl dies der Vorreiter aller „arachniden“-Horrorfilme ist, ist der beste zu diesem Thema immer noch „Mörderspinnen“ mit William Shatner. Aber dennoch: ein großer Genreklassiker.