WTF:

 

Seit dem Jahr 2000 werden wir nun regelmäßig mit hochwertigem Mutantenfutter versorgt. Dabei ist das auf der Comicserie von Stan Lee und Jack Kirby basierende Franchise auf stets hohem Niveau anzusiedeln. Klar, es gibt gute und weniger gute filmische Beiträge zu dem komplexen MARVEL-Universum rund um Wolverine und Co., doch alles in allem gilt: für sehenswerte und stimmige Unterhaltung ist gesorgt. Stellvertretend für diese Reihe hat sich nun Balthasar den erfrischenden und zackig von X-Men-Regie-Urvater Bryan Singer inszenierten "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit" von 2014 zur Brust genommen. Ein wirkliches Highlight der interessanten Bande.

 

Butter bei dem Fisch - Balthasars Meinung:

 

Gut gemacht und etwas unüberschaubar.

 

Ich bin kein „X-Men“-Purist. Ich kenn mich auch nicht zu 100 % im Marvel-Universum aus, um wirklich alle Personen, Konstellationen und Konflikte zu kennen, Und alle Querverweise die es in den Filmen gibt (also alle die in diesen Universum spielen) kann ich auch nicht kennen, Aber was ich weiß ist, dass die „X-Men“-Filme allesamt ein Gesamtbild ergeben (und ich denke auch weiterhin ergeben werden, denn es werden mit Sicherheit noch welche folgen). Jeden der Filme kann man sowohl einzeln sehen, als auch im großen Zusammenhang. Ich weiß, dass vieles natürlich gedreht wird um Geld zu machen. Solange es Zuschauer für dieses Franchise gibt, wird auch fleissig weitergedreht. Und auch wenn es bei den unzähligen Comic-verfilmungen langsam nervt ob der vielen möglichen Helden und Schurken und man manchmal den Überblick verlieren könnte, so schaffen es die „X-Men“-Filme doch nicht allzu unübersichtlich zu werden. Jeder der Filme braucht den anderen und dennoch kann man ihn auch so sehen - So auch diese Fortsetzung des Prequels zu der ersten Trilogie. 

 

Regisseur Bryan Singer könnte man als visuellen Urvater der „X-Men“-Filme sehen. Auch wenn er komplett in einem anderen Genre groß geworden ist und mit „Die üblichen Verdächtigen“ einen wahren richtungsweisenden 90-er Jahrefilm drehte, so hat er seinen Platz wohl eher im Fantasygenre gefunden. Drei „X-Men“-Filme und „Superman Returns“ zeugen davon. Singer muss auch immer was Neues erschaffen, sonst wird es langweilig. Visuell kann es Singer, ohne Zweifel. Auch wenn hier 3-D mal wieder unnötig ist (obwohl in einigen Szenen durchaus gelungen, wie z.B. die „Quicksilver“-Szene), so schafft es Singer dem Film einen eigenen nostalgischen Flair zu geben. Er zeigt den Charme der 70-er in Verbindung mit modernen Mitteln der SFX. Gekonnt wechselt der Film zwischen Zukunft und Vergangenheit. Der phänomenale Showdown zeigt das auf erstaunliche Weise. Auch die Schauspieler helfen dabei dem ganzen eine Überzeugungskraft zu geben. 

 

Der Film wird durchaus von allen getragen, aber vornehmlich ist es Hugh Jackman, der den Film vorantreibt. Zwar sind alle Schauspieler durchaus überzeugend, aber für mich persönlich ist der größte aller Sympathen hier Nicolas Hoult als Beast. Wunderbare Zurückhaltung gepaart mit tierischen Kraftakten - das fetzt! Auch James MacAvoy überzeugt als zerrissener Übervater Xavier - Also da gibt es nichts dran auszusetzen. Die SFX sind gekonnt eingesetzt und überzeugen ebenfalls. Lediglich wirken diese bei den Angriffen der Sentinels etwas zu überzogen und ein wenig zu viel des Guten. Da hätte man etwas sparen können. Singer nahm als Vorbild die Zeitreisethematik aus „Terminator 1 & 2“. 

 

Das ist schön, das ist nett - Nur hatte ich manchmal das Gefühl (im Übrigen habe ich das beim "Terminator" auch), dass diese Zeitreisen eigentlich unsinnig sind, weil wenn... 

 

(ACHTUNG: SPOILER!)

 

Wolverine es nicht geschafft hätte die Lage zu retten, dann hätte er ja gar nicht zurückgeschickt werden können, oder sehe ich das falsch? Falls es einer erklären kann: bitte gern. Und eben drum verwirrte mich ab und an das Hin-und Herspringen in den Zeiten, und man verliert dann den Überblick etwas.

 

(Spoiler: aus!)

 

Zusammenfassend sind die „X-Men“-Filme allesamt eine global-filmische Aufforderung zum toleranten Umgang mit anderen Kulturen und Menschen(-rassen). Sie sind humanistisch und hoffnungsvoll (auch in schweren Zeiten). Das macht sie so einzigartig. Hier steckt viel Interpretationspotential drin. Und wenn man zwischen die Zeilen des Filmes guckt, dann erkennt man viel Hilfe zum menschlichen Umgang miteinander. ich freue mich, dass sowas in einen kunterbunten Unterhaltungsfilm verpackt wird.