Der 1970 in Reading (UK) geborene Chris Cunningham ist ein außergewöhnliches Talent, denn wenn man ab und an salopp von "alptraumhaften" Filmmonstern spricht, sollte man sich zuerst einmal Cunningham auf den Schirm rufen. Seine Vorstellung von Horrorfratzen ist tatsächlich eine, die sich ins Gedächtnis einbrennt.

 

Bevor er sich der Videokunst widmete, um Werbefilme zu drehen oder u.a. für Madonna, Portishead, Placebo oder Björk Musikvideos umzusetzen, war er unter dem Pseudonym Chris Hall als Comiczeichner und Effektekünstler tätig. 


Zweimal arbeitete er mit Richard Stanley zusammen und entwarf für ihn sowohl die Masken für DUST DEVIL, als auch das postapokalyptische Stahlkillermonster M.A.R.K. 13. Aber auch in CABAL, ALIEN 3 und 4 oder JUDGE DREDD sind seine Arbeiten zu bewundern.

 

 

Als bizarre Höhepunkte gelten seine Entwürfe für die Aphex Twin-Musikvideos und sein verstörender Kurzfilm RUBBER JOHNNY, dessen Veröffentlichung sogar verschoben werden musste, da die Druckerei des Video-Booklets die Produktion aus moralischen Gründen boykottieren wollte. 

 

Die grauenerregenden Ausgeburten Cunninghams mit schreienden Monstern und Missgestalten mit hässlichen und verzerrten Fratzen sind wahrlich nicht für Jedermann geeignet, wovon sich bereits auch hierzulande im Jahre 2004 die Besucher seiner Ausstellung „Chris Cunningham: Come To Daddy“ überzeugen konnten.

 

Chris Cunningham plant seit längerem eine Buchverfilmung der Sci-Fi-Kult-Trilogie "Neuromancer" von William Gibson. Ich vermute also schwer, wir werden bald wieder Alpträume haben...