Phil Tippett - oder: Früh übt sich. Im zarten Alter von sieben Jahren wurde der US-amerikanische Effektekünstler Phil Tippett von Ray Harryhausens Stop-Motion-Klassiker "Sindbads siebente Reise" und Willis O'Briens "King Kong und die weiße Frau" inspiriert. Schon als Kind, und dann auch später im Studium, entwarf Tippett mit Enthusiasmus phantasievolle Zeichnungen, kreierte Skulpturen und experimentierte mit der Kamera. 

 

Diese speziellen Fähigkeiten führten ihn zuerst zu einem "Fine Arts Abschluss" an der Universität von Kalifornien und danach direkt zu ersten Jobs bei "Cascade Pictures" in Los Angeles. Als junger Erwachsener suchte Phil nach Lehrern und Mentoren und knüpfte in dem Zusammenhang Freundschaften zu Ray Harryhausen und Ray Bradbury.

 

Der große Durchbruch kam schließlich im Jahre 1975, als George Lucas Phil Tippett und Jon Berg anheuerte, um eine Stop-Motion-Miniaturschach-Szene für sein noch in der Vorphase der Produktion befindliches Sternen-Epos "Krieg der Sterne" zu erschaffen. Phil war auch an vielen anderen Aspekten der Star Wars-Filme beteiligt, einschließlich der Gestaltung außerirdischer Köpfe und Gliedmaßen für die weltberühmte Bar-Szene von Mos Eisley. 1978 leitete Tippett schließlich das Animationsteam von "Industrial Light and Magic". Das Projekt "Krieg der Sterne" war in vollem Gange. Tippett hauchte den "Imperial Walkers" und zahlreichen Aliens der ersten Trilogie Leben ein, für die er Anfang der 80-er Jahre die Stop-Motion-Technik seines geliebten Vorbildes Ray Harryhausen verfeinerte. Die von ihm maßgeblich entwickelte neue "Go-Motion-Technik" wurde erstmals in den Filmen "Der Drachentöter" und "Star Wars – Das Imperium schlägt zurück" eingesetzt.

 

 

Im Jahr 1991 trat der von Tippetts Arbeit schwer beeindruckte Steven Spielberg auf ihn zu, um die Dinosaurieranimation für "Jurassic Park" von ihm und seiner Firma "Tippett Studio" überwachen zu lassen. Dieses Projekt war es auch, das für "Tippett Studio" den Übergang von "Go-Motion" zu computergenerierter Animation bedeutete und für welches Tippett (nach "Star Wars - Die Rückkehr der Jedi-Ritter") seinen zweiten Oscar erhielt.

 

1995 engagierte Paul Verhoeven "Tippett Studio" für die visuellen Bug-Effekte bei "Starship Troopers". Tippett führte ein Team von 150 Computerkünstlern und Technikern und katapultierte sein Unternehmen in beeindruckender Weise endgültig ins Zeitalter des digitalen Filmschaffens. 

 

Seine vielfältige Karriere in Sachen visueller Effekten hat über 30 Jahre auf dem Buckel und beinhaltete zwei Oscarauszeichnungen und sechs Nominierungen, eine BAFTA-Auszeichnung und vier Nominierungen, so wie zwei Emmys.

 

Danke Phil, du bist der Beste!