Stan Winston, der leider 2008 dem Krebs erlag, ist ein SFX- und Make-Up-Experte gewesen, der einige der besten und eindringlichsten Monster/ Make-Ups der Filmgeschichte schuf. Der studierte Maler und Bildhauer wollte erst Schauspieler werden und zog 1968 nach Hollywood. Als sich das alles zerschlug, fing er im Walt Disney Konzern in der Make-Up Abteilung an. 1972 gab er seine erste richtige Arbeit mit den Film „Gargolyes“ und wurde ein Jahr später auch prompt mit den Emmy honoriert. Ab da ging es bergauf. Er arbeitet auch mit Rick Baker zusammen. Aber seine große Zeit sollte noch kommen. Und das waren die 80er Jahre. Viele wunderbare Filme wären ohne sein Schaffen nicht möglich gewesen. Alle haben eine Faszination an sich, die ohne sein handwerkliches und kreatives Geschick nicht existent wäre.

 

 

 

 Winston schuf mit dem „Terminator“, dem „Predator“, „Pumpkinhead“, den Dinosauriern aus „Jurassic Park“,  den außerirdischen Monstern aus „Invasion vom Mars“ und natürlich den Xenomorphs aus „Aliens“ nicht nur ikonische Figuren von Genrefilmen. Es war viel mehr. Durch seine Hand wurde mir eine neue Welt eröffnet: die des fantastischen, spannenden und unterhaltsamen Films. Er schuf durch seine Figuren nicht nur furchteinflößende Wesen. Seine Figuren waren Personen (wenn auch beim „Terminator“ eher anderer Natur). Es waren nicht nur irgendwelche Spezialeffekte. Seine Kreaturen waren es, die eine ganze Generation freudig beglückte. Er konnte aus dem Nichts Wesen erschaffen, die wir in unserer kühnsten Fantasie nicht bewerkstelligen konnten. Winston steht für das Kreative, für das Schöpferische, für das Einmalige an Filmen: die Erschaffung einer ganz eigenen Welt. Wenn man einen Film sieht muss man sich darin verlieren. Und Winston konnte dazu beitragen.

 

 Doch Winstons Schaffen war für mich noch mehr. Es steht für mich auch für die enorme Kraft des Handwerks. Was musste man in den 80er Jahren an Einfallsreichtum besitzen um den „Terminator“ zum Leben zu erwecken? Unzählige Modelle wurden mit viele Mühe entworfen. Heutzutage reichen Buttons und PC-Programme - damals eben nicht.

 

Winston ist der Inbegriff des ehrlichen, handgemachten Kinos. Des Kinos der Animatronik, des Werkens, des „Herumtüftelns“, des Ausprobierens - bis man zu einer wunderbaren Lösung kommt. Natürlich war er nicht der Einzige, der so etwas erschuf. Aber für mich war und ist er nach wie vor ein Gott der Spezialeffekte. Seine Figuren waren es, die mich am Meisten beeinflusst haben. Und dafür danke ich ihm bis heute.

 

 Winston ist nun bereits seit  einigen Jahren tot. Aber seine Legende lebt weiter und wird immer wieder neue Generationen beglücken. Zumindest hoffe ich das. Und wenn mich jemand fragt, was das Besondere an den Filmen der 80er und 90er Jahre war, sage ich: „Alles, für das Stan Winston steht!“