Der US-amerikanische Tricktechniker Willis O'Brien kann ohne jeden Zweifel als Pionier seiner Zunft bezeichnet werden. Jobtechnisch fasste er Anfangs nirgendwo so recht Fuß, bis er schließlich als Cartoonzeichner bei einer großen Tageszeitung unterkam.

 

Der sportbegeisterte O'Brien experimentierte in seiner Freizeit mit Tonfiguren, die mit Hilfe der Stop-Motion-Technik u.a. als Boxkämpfer aufeinander losgingen. Für den Film-Produzenten Herman Wobber von der "Edison Company" war das eine großartige Idee. Von 1915 bis 1917 entstanden so ein halbes Dutzend Kurzfilme in Stop-Motion. 

 

Nach dem Verkauf der "Edison Company" verließ O'Brien das Unternehmen und drehte im Jahre 1918 für Herbert M. Dawley seinen ersten längeren Kurzfilm "The Ghost of Slumber Mountain" - ein 40-minütiger Stop-Motion-Film, der erstmalig Trickmonster mit echten Darstellern vor der Kamera kombinierte und zu einem enormen Erfolg an der Kinokasse wurde.

 

 

Nach der Verfilmung des Abenteuerromans "Die verlorene Welt" von Arthur Conan Doyle, folgte dann schließlich im Jahre 1933 mit "King Kong und die weiße Frau" ein Paukenschlag, der die gesamte Filmwelt, so wie wir sie kennen, verändert hat. Es muss seiner Zeit wohl in etwa so gewesen sein, wie bei "Star Wars" oder "Jurassic Park". Das Publikum hatte derlei ausgeklügelte Tricks und real wirkende Monster noch nie zuvor in dieser Form auf der großen Leinwand gesehen.

 

O'Brien wurde zu einem gefeierten Star der Effektezunft. Es folgten Filme wie "Der Untergang von Pompeji" oder "Panik um King Kong", für den er 1950 mit dem Oscar für die besten Spezialeffekte ausgezeichnet wurde. O’Brien arbeitete an diesem Film übrigens auch erstmals mit dem jungen Ray Harryhausen zusammen. 

 

Zuletzt animierte er einige Szenen für Stanley Kramers groteske, oscargekrönte und starbesetzte Comedy-Schatzsuche "Eine total, total verrückte Welt".

 

Im November 1962 starb Willis O'Brien an den Folgen eines Herzinfarktes. Seine wunderbare Arbeit hat viele nachfolgende Künstler beeinflusst und das Medium Film für alle Zeiten verändert. So long, Willis!