Balthasar ist enttäuscht:

 

Um Gottes Willen... was sollte das denn? Gut, eine neuaufgelegte Variante des "Rotkäppchen"-Märchens hatte seine reizvollen Ansätze. Es hätte tatsächlich eine gute Umgestaltung in Richtung ernsthafter Horror sein können. Die Ansätze (sprich: hier die optische Umsetzung und das Setting) waren da. Aber dann kam ein geseichtes Drehbuch, eine Regisseurin, die schon so allerlei Fabelwesenmythen in Grund und Boden kitschisiert hat und drückt dem klassischen Märchen (welches ja auf jeden Fall Horrorelemente aufweist) ihren schmonzettenhaften Stempel auf, dass einem die Augen und Ohren überquellen. 


Da gibt es Dialoge die so unfassbar gesalbt daherkommen, dass man sich fragt welcher Groschenheftautor das verzapft hat. Da werden namhafte Schauspieler wie Julie Christie oder Gary Oldman verheizt um den in Anfängen gut erzählten Strang der Ketzerei und Verfolgung im Mittelalter zugunsten romantisierenden Blödsinns preiszugeben. Da werden SFX hergeholt die so vorhersehbar schlecht gemacht sind, dass man die Welt nicht mehr versteht. 


Nein, der Film hätte eine wunderbare Atmosphäre haben können (hier nur z.T.). Er hätte eine gute Neufassung der alten Geschichte sein können mit wunderbaren Ansätzen des Gothichorrors. Er hätte sogar eine Auseinandersetzung mit der Verfolgung durch Kirchens Gnaden sein können. Aber alles hätte, hätte, hätte erstickt die Regisseurin in einen aufgeblasenen Fantasykitsch, der mich veranlasst zu sagen: Gebt mir bitte meine Lebenszeit wieder. Danke!